℗ Filmproduktion Siegersbusch

Eines Morgens, Josef K. ist gerade erwacht, erscheinen wie aus dem Nichts zwei Männer an seinem Bett und erklären ihn für verhaftet. Fragen werden nicht beantwortet, Gründe nicht genannt. Wo Albträume gewöhnlich enden, fängt der von Josef K. erst an: In der Tiefe des Traums hat er etwas Unvorstellbares gesehen und die Angst vor dem, was er nicht begreifen kann, hält ihn wach und löst wirklich den Prozess aus, dem er sich ab jetzt nicht mehr entziehen kann. Hier beginnt die eigentliche Bedrohung zu greifen: Kein sichtbarer Gegner ist so furchtbar wie der, den man sich selbst als die Verkörperung der eigenen Angst vorstellt. Illusionen werden aufgebaut und wieder zerstört. Das ist der grundlegende Widerspruch, den Josef K. auf seinem Weg zum Gesetz immer wieder erleben wird. Er trifft auf alles, was ein Gericht zu bieten hat: Angeklagte, Wächter, Anwälte, Richter, Amtstuben, Hierarchien, Akten, Strafen. Doch je mehr er über seinen Prozess wissen will, umso mehr entzieht sich ihm das Gericht, umso unmerklicher wird seine Identität als Mensch zum Verschwinden gebracht. Josef K.s Albtraum ist zugleich ein Albtraum der Moderne. Scheinbar friedlich vollzieht sich die Fremdbestimmung unseres Lebens in einer durch und durch verwalteten und verplanten Welt, in der wie zum Hohn die bösen Geister der Vergangenheit wirklicher erscheinen als die Freiheit des Einzelnen. Kafkas Texte inszenieren virtuos die Schattenseite unseres Lebens. Seine grotesken Figuren und Situationennverdichten sich zu expressiven Tableaus in einer Weise, die für Ausdrucksformen und Gestaltungsmöglichkeiten des Theaters wie geschaffen ist.

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