Nach drei Jahren ging das Projekt zur Kulturhauptstadt 2010 mit einem Aufleuchten zu Ende. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die große weiße Kugel auf der vorher die Videoinstallation projeziert wurde warf ihr Licht auf die Duisburger Philharmoniker, den Dirigenten Bojan Vuletić, die Sänger und das Publikum. Ein schöneres Symbol konnte es für dieses Projekt kaum geben.Hände betasten das Gesicht, fahren über die Linien, die die Zeit eingegraben hat. Die Videoinstallation von Danica Dakic und Egbert Trogemann, die auf einer weißen Kugel über dem Orchester hängt, macht das Thema von "Polyphonie" visuell deutlich: Identität. Die Sänger und Sängerinnen des Polyphonie-Projektes haben ihre eigene Identität im Ruhrgebiet gefunden. Eine Identität, die ihre Wurzeln im eigenen Heimatland hat, die aber mit dem Zuzug ins Ruhrgebiet mit der Verbindung der anderen Kultur - der unseren - neue Blüten hervorgebracht hat. Eine Bereicherung nicht nur für die Region.

Zu Beginn begrüßte unser Intendant Dr. Alfred Wendel das Publikum und hob hervor, wie wertvoll das Projekt für alle Beteiligten gewesen sei. Klassik werde in der modernen Zeit desöfteren nur noch konsumiert anstatt produziert. "Es ist zu hoffen, das dieses Projekt über das Jahr 2011 hinaus stattfinden wird." Das Programm machte die kulturelle Vielfalt des Ruhrgebiets und die Beschäftigung mit der Musik deutlich. Georg Kreislers Chanson "Die Triangel" stand neben dem einst von Edith Piaf gesungenem "Padam, Padam". Türkische Wiegenlieder neben Liebesliedern aus Russland. Ein Höhepunkt der Auftritt des Ensembles DU RE, fulminante Trommelchoreographien aus Korea. Überraschend: Das Melodrama, dass vom Balkon in der Mercatorhalle aus von Claudio Li Mura gesprochen und mit Musik von Bojan Vuletić begleitet wurde.

Die Begeisterung der Sänger und des Orchesters sprang rasch auf das Publikum in der gut gefüllten Mercatorhalle über. Rhythmisches Mitklatschen, heftiger Applaus und zum Schluss fast beinahe eine Zugabe. Denn obwohl der Pianist nochmal mit den Anfangsakkorden von "Somewhere over the Rainbow" begann, versandeten diese dann doch rasch wieder. Bleibt zu hoffen, dass das Projekt über dieses Jahr hinaus bestehen bleibt. Zu wünschen wäre es, denn es verdeutlicht wie vielfältig das Ruhrgebiet an sich ist. Etwas, was man leider nur zu rasch vergißt.

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