Felix Ebner, geboren 1973 in Nürnberg, studierte von 1996 bis 2003 Medien- und Kultur-wissenschaften an der Bauhaus-Universität Weimar.
Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Medium Film steht die experimentelle Einbindung des Mediums in den sozialen Raum und die daraus resultierenden Wechselwirkungen. Aus der fortgesetzten konzeptionellen und praktischen Mitarbeit an unterschiedlichen filmischen Experimenten resultiert seine persönliche Sichtweise zur Entwicklung der VJ-Kultur und der für sie typischenVerwendungsweisen des Mediums.
Gestützt und reflektiert werden diese Beobachtungen durch das Studium der Film- und Medientheorie und ihrer kulturgeschichtlichen Entwicklung.
Bedingt durch die rasche Entwicklung und Verbreitung der digitalen Bildtechnologien wird das Medium Film heute immer häufiger in künstlerische Repräsentationsformen eingebunden, in denen es früher fremd war. Klare Raumsituationen zwischen dem Repräsenierten und dem Rezipienten, wie wir sie zum Beispiel von Theater und Kino kennen werden fragmentiert, der einstmals fixierte Betrachter flaniert wieder.
Diese Flexibilität des Betrachters beinhaltet für den VJ die Möglichkeit, dem Film neue Funktions-möglichkeiten zu erschließen. Die starren Strukturen erweitern sich zu einem Raum der Möglichkeiten. Die filmische Repräsentation muß den Flaneuer überraschen.Sie muß gleichzeitig zu einem flüchtigen Ereignis und zu einem festen Bestandteil des Raumes werden, um den ungerichteten Blick des Betrachters einzufangen und zu fesseln.
Der Vorgang des Aufbrechens der eingeschliffenen Betrachtungsgewohnheiten und ihre gleichzeitige Abstimmung auf eine bestimmte Situation in einem bestimmten Raum stellt eine der großen Herausforderungen an die VJ-Kultur dar, denn sie erschließt dem Film neue Räume und dem Betrachter neue Interaktionsmöglichkeiten.