Sichtbare Filmbilder und hörbare Musikbilder
Dr. Wolfgang Bock ist Hochschuldozent für Theorie und Geschichte der Visuellen Kommunikation an der Fakultät für Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar.
Die sichtbaren Filmbilder und die hörbaren Musikbilder sind jeweils für sich komplett, d.h. sie repräsentieren eine vollständigen Kosmos, in dem das jeweils zu ergänzende Element (Ton/visuelles Bild) bereits enthalten ist.
Kombiniert man nun Bild und Ton, so entstehen im schlechtesten Falles Eliminierunseffekte - der Ton des Bildes oder das visuelle Moment der Klangbilder werden ersetzt - oder im besten Falle eine Art Cross-over, in dem die verschiedenen Momente zusammenschwingen.
Die Frage der entsprechenden Interefenzen diskutieren die frühen Russenfilmer anhand des
Kontrapunktes von Bild und Ton; Siegfried Kracauer, Theodor W. Adorno und Hanns Eisler entwickeln daraus entsprechende Theorien für die Filmmusik. Für die aktuellen Tendenzen von VJ als Live-Bilder zu Live- und Konservenmusik ist dazu auf die Tradition der Lightshows zurückzugreifen, die u.a. der deutsche Künstler Oskar Metzger in den 1960er Jahren zur Musik von Pink Floyd und The Who entwickelt hat. Im Vortrag wird versucht, diese Tradition anhand aktueller Phänomene fruchtbar zu machen.