Künstliche Befruchtung, Entschlüsselung der Erbinformationen, geklonte Tiere, Genveränderungen, globales Dorf, WorldWideWeb, Digitalisierung, Navigationssysteme, Nanotechnik, intelligentes Netz, intelligente Kühlschränke, digital steuerbares Haus, Roboterhaustiere, ...
Die Summe aller Errungenschaften ist der Mensch als Künstler, als Schöpfender seiner eigenen Welt, als Designer seiner eigenen Spezie. Doch sind wir Menschen schon bereit dazu, sind wir autonom genug, um die ethische Verantwortung der menschlichen Selbstverwirklichung zu tragen?

Das Theater im Karton pendelt mit seiner zweiten Inszenierung dieses Jahres zwischen stetigem Wachstum und ruhender Innehaltung innerhalb der Frage, ob wir den Motor des evolutionären Fortschritts befeuern oder revolutionär eingreifend das Feuer bändigen.
Diese Entscheidung bleibt uns allen nicht erspart, die Entscheidung des eigenen Standpunktes: "Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein."

DAS SPIEL MIT HOLZSTÖCKEN als Symbol der kulturellen Evolution des Menschen, als Medium seiner autonomen Weltgestaltung.

In ihrer Handhabung erhalten Stöcke Bedeutung, verlängern den Handlungsspielraum des Menschen, werden zum festen Bestandteil seiner Handarbeit. Die menschliche Kraft kann durch die längere Hebelwirkung und die Robustheit des Materials erheblich gesteigert werden - ein Werkzeug, leider auch in seiner negativen Form - aus einem Handgemenge wird eine Schlägerei, aus dem Stock eine Waffe, aus dem Zepter die Macht.

Stöcke werden nur an Berechtigte ausgegeben, nicht jeder darf Hand anlegen. Die Verteilung der Stöcke bestimmt über Rang und Stand. Stöcke als Sense und Stöcke als Spieß, Stöcke als Bleistift und Stöcke als Ruder. Mit Dampfdruck treiben Stöcke ein Rad an, und Stöcke blockieren quer in den Speichen. Stöcke als Faustkeil, Gewehr, Antriebswelle, Joystick …

Ein jeder nehme seinen Stock auf sich und handle. Was wäre wohl der Mensch ohne Stöcke - ein Affe?

Das Spiel mit Holzstöcken als Symbol der kulturellen Evolution des Menschen, als Medium seiner autonomen Weltgestaltung.

Schauspiel: Doreen Toonen, Franca Diaczek, Frauke Libelle Ketelsen, Juliane Schlereth, Katja Weber, Meike Boldt

Dramaturgie: Marko Grunz, Marcel Schmidt
Musikmontage: Marcel Schmidt
Regie: Marko Grunz

Stücklänge: 45 Minuten

Bisherige Aufführungen 2010:
Museumsnacht im Phyletischen Museum
Sommerfest der Universität Jena
Kulturbahnhof Jena
Theaterfestival der Universität Granada (Spanien)

Website: theater-im-karton.de/Framesets/Frameset_Evolution.html

Loading more stuff…

Hmm…it looks like things are taking a while to load. Try again?

Loading videos…