Welche Rolle die Kunst für eine Stadt spielt, kann man daran ablesen, welche Wertschätzung den Künstlern entgegengebracht wird. In Landsberg am Lech zeigte sich die große Ehrerbietung darin, dass man den Altarbauer, Stukkateur und Baumeister Dominikus Zimmermann im Jahr 1748 zum Bürgermeister gewählt hat. Zimmermann hatte am Bau von vier Kirchen in Landsberg maßgeblich mitgewirkt. Ein zweiter Künstlersohn der Stadt ist der Maler, Bildhauer, Musiker und Schriftsteller Sir Hubert von Herkomer. In Bayern geboren und hauptsächlich in England aufgewachsen und ausgebildet, ließ er in Landsberg seiner Mutter zu Ehren einen Turm bauen. In diesem "Mutterturm" richtete man ein Museum ein, das heutige Herkomer-Museum. Landsberg wurde - ebenso wie München - von Heinrich dem Löwen gegründet. Es liegt an der Romantischen Straße und ist das oberbayerische Ausfalltor nach Schwaben und in den Pfaffenwinkel hinein. Tausende von Touristen besuchen und bewundern alljährlich das weitgehend intakte Ensemble historischer Bauwerke der Stadt. Schmalzturm und Pulverturm, Bayertor und Bäckertor - die Gründung als militärische Befestigung, als "Landespurc", ist überall erkennbar. Soviel Geschichte ist heutzutage Chance und Last zugleich, vor allem aber eine Herausforderung der Denkmalpflege. Tatsächlich gibt es in kaum einer deutschen Stadt derart viele Verknüpfungen von moderner Architektur und alter Bausubstanz wie in Landsberg. Ateliers und Galerien, Kleinkunstbühnen und Jazzkeller entstehen und geben der alten Stadt am Lech ein neues, jugendliches Gesicht.
Ein Streifzug durch Landsberg am Lech.

Norbert Göttler

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