Die Urbanisierung der Gesellschaft und die Folgen für Privatsphäre
Mit zunehmender Verbreitung des Internets und anderer Technologien der Datenverarbeitung im Alltag nimmt die Anzahl der Informationen, die über eine Person öffentlich zugänglich sind, immer weiter zu. Datenschützer sind besorgt und befürchten ein Ende der Privatsphäre. Aber einige sehen darin auch eine Chance für eine stärkere Öffnung der Gesellschaft für die Bedürfnisse des Einzelnen.
In meinem Vortrag möchte ich diesen Gegensatz beleuchten. Ich berufe mich dabei nicht auf wissenschaftliche Studien oder anderes verlässliches Zahlenmaterial, sondern teile die Gedanken, die zu dem Thema in meinem Kopf herumschwirren und die auf persönlichen Erfahrungen und der Betrachtung der Welt um mich herum basieren.
Menschen sind unterschiedlich. Jeder hat eigene Eigenarten, Veranlagungen und Bedürfnisse. Anderssein wird aber innerhalb von Gruppen häufig abgestraft. Wer von den Normen der Gruppe abweicht, wird ausgeschlossen oder verliert seinen Status und seine Anerkennung. Datenschutz, also die Möglichkeit seine Eigenarten vor anderen zu verbergen ist ein Ansatz, diese Nachteile zu vermeiden.
Diese Strategie ist vor allem im ländlichen Raum notwendig. Dort gibt es sehr viel mehr Diskriminierung und wenig Toleranz. Im städtischen Raum ist man gar nicht immer darauf angewiesen, seine Eigenarten zu verstecken, um negative Folgen abzuwehren. Letztere Lösungsmöglichkeit ist dem Datenschutzansatz, also dem Verstecken der eigenen Identität, aus vielen Gründen vorzuziehen.
Es entsteht die Frage, wo die eigentlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land liegen und woher die unterschiedliche Notwendigkeit für Datenschutz kommt. Außerdem entsteht die Frage, wie das Internet als neuer Raum die Gesellschaft in dieser Frage beeinflussen wird.