Song "Machen" aus dem Album "Lieder vom Rio d´Oro" der Komplizen der Spielregeln. Das Album erscheint am 13.05.2011 bei Sitzer Records.
Filmed in the shopping area in Cologne on a sunny day.

komplizenderspielregeln.bandcamp.com/album/lieder-vom-rio-doro

Über das Album "Lieder vom Rio d´Oro":

Schwer haben sie sich getan, die KritikerInnen, die im Sommer 2009 das Debütalbum „Es wird nur noch geatmet“ der Kölner Band Komplizen der Spielregeln vorgesetzt bekamen. Das war aber auch vorhersehbar und ist mehr als verständlich, schließlich bestand das Album objektiv betrachtet aus etwas ganz anderem als reiner Stangenware. Von „wundervoll unbeliebten Texten“ war die Rede. Musikalische Vergleiche wie Sonic Youth und June of 44 wurden genauso bemüht wie Brüllen, Kolossale Jugend, die goldenen Zitronen und – immer wieder – die frühen Blumfeld. Allen Rezensenten gemein waren Fragezeichen: Was meint der Autor wohl mit diesen Texten? Aber auch, überdeutlich spürbar: Faszination ob dieses unerhörten deutschsprachigen Indie-Rock.
Jetzt geht die Geschichte der Komplizen der Spielregeln mit ihrem zweiten Album „Lieder vom Rio d`Oro“ weiter. Zusammen mit ihrem Produzenten Hannes Jaeckl (Ampersand, Sans Secours) entwickelten sie ein komplexes Gefüge aus 13 neuen Stücken, zusammengefügt zu einem Gleichnis an der Kante zwischen Klarheit und Unschärfe: den Rio d’Oro, den Fluss aus Gold. Zu den Untiefen des Flusses gehören permanentes Gemache („Machen“), nervig hysterische Fratzen („Aufmerksamkeit“), tanzbare Ahnungslosigkeit als einzigen Bestimmungsort („Sonstiges“), bis hin zu lächerlichen Zielvorgaben („Ziel“). Der Fluss aus Gold versinnbildlicht für die einen politische, für die anderen existenzielle Motive, aus dem Blickwinkel der Band aber vor allem eines: Eine Besinnungslosigkeit, die sich auch in der Sprache des „Rio d´Oro“ entlädt. Wieder sind da Texte, die so viele Deutungsmuster und so viel Verunsicherung streuen, wie es höchstens Kristof Schreuf in seinen jungen Jahren vermochte. Überall Fragezeichen, wir sind wie schon beim Debüt wieder mittendrin.
Musikalisch spiegeln die „Lieder vom Rio d’Oro“ dagegen Mut zur Eindeutigkeit, zur Intimität sowie zum Exzess. Flusslandschaften werden entworfen, gleich einem Soundtrack, in denen die Texte von Tobias Ortmanns stattfinden. Die Steigerungen und Brüche innerhalb der Songs sind wohl platziert. Geblieben sind störrisch-noisige Gitarren-Miniaturen, verhackstückte Rhythmen und ein dunkles Grollen aus Feedback und Electronics.
„Rio d’Oro“ ist ein Statement, aber kein Manifest. Die Platte ist musikalisch dringlicher als ihr Vorgänger, sie transportiert die viel beschworene Live-Energie der Komplizen erstmals ohne Reibungsverluste in die Wohnstuben. Mit einem Sound, der in seiner epischen Breite den Widerstand sucht und die Intimität findet. Das Album ist ein Kunstwerk, das auch rockt. Was man daraus macht, ist mehr denn je jedem Einzelnen überlassen.
Sicher ist: Stangenware gibt es von dieser Band auch dieses Mal nicht. Stattdessen unterstreicht sie ihre Ausnahmestellung unter den Noise- und Indie-Bands des Landes.
Christian Steinbrink, Januar 2011

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