Der aus Nietzsches Forderung nach der Umwertung aller Werte ausgelöste Begriff der Umwertung beschreibt eine ideelle Operation. Kunst kann diese Funktion repräsentieren: Heute sehen wir, dass der umgewertete Wert ebenso im Nichts fußt, wie das Axiom der beschriebenen Funktion, der Wert selbst. Was als einziges bleibt ist die Permanenz des Umwertens.

Die Kunst ist dazu veranlagt mittels perpetuierter Transaktion diesen Prozess zu repräsentieren, welcher in der Philosophie heute vor allem als Diskursivität platz greift. Diese neue alte Freundschaft zwischen Kunst und Philosophie findet in der Ausstellung ´Umwertungen´ mit den Philosophenportraits ebenso Ausdruck wie durch die Exposition solcher Kunstwerke, die den Verweis auf, oder die Praxis von Umwertung repräsentieren.

Pierre Bourdieu sagt: "Die Theorie der Praxis als Praxis ist das einzige Mittel, um der Alternative zwischen Materialismus und Idealismus zu entgehen, indem sie dem positivistischen Materialismus entgegenhält, dass ihre Gegenstände konstruiert sind, dem intellektualistischen Idealismus dagegen, dass das Prinzip dieser Konstruktion die praktische, auf praktische Funktionen ausgerichtete Tätigkeit ist."

Wenn mir, wie seit dem Erscheinen von den „Rauchzeichen“ (Gedichte im Buch „Aescher“) oft geschehen, eine nihilistische Grundeinstellung vorgeworfen wird, so möchte ich dem an dieser Stelle das oben Gesagte entgegenhalten und mit Ernst Tugendhat, einem begnadeten Kritiker Nietzsches sprechen: „Wer zu seinem gelebten Leben Ja sagt, tut sich leichter beim Übergang ins Nichts.“ (aus Tugendhats Vortrag „Unsere Angst vor dem Tod“)

Anton Herzl

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