tendopolis 2010 / [un]defined10 Merano Arts Festival

Charlotte Kons
shows her project tendopolis 2010, in which she analyzes the concept of urban living through refugee tent cities erected after catastrophes, war, earthquakes.

Charlotte Kons
Mit ihrem Projekt tendopolis 2010 analysiert die Künstlerin das Konzept der Stadt, wie es sich in Krisen- und Erdbebengebieten geriert. Satellit in der Meraner Innenstadt - Lauben 166.

Charlotte Kons attraverso il progetto tendopolis 2010, analizza il concetto di città attraverso il sistema delle tendopoli che sostituiscono i centri abitati nel caso di catastrofi o guerra, mantenendo la struttura di una vera e propria città. Il progetto sarà esposto in un negozio del centro- portici 166/merano (connessomagazine.it)

en.un-defined.net/?q=content/project-rooms

Konzept tendopolis 2010 / [un]defined10 Merano Arts Festival 2010

Der Begrifflichkeit einer möglichen Stadtdefinition folgend habe ich eine Zeltstadt erarbeitet.

Echte Zeltstädte mit mehr oder weniger stadtgleicher Infrastruktur entstehen, wo durch Kriege, Naturkatastrophen und andere unerwartete Begebenheiten Menschen aus ihren alten Wohnmöglichkeiten ausziehen, entfliehen müssen.
Nicht nur in Dauerkriegsgebieten wie in vielen Ländern Afrikas, sondern auch in Naturkatastrophen heimgesuchten Gegenden z.B. Haiti spielen Zeltstädte die wichtigste Rolle, um ein einigermaßen funktionierendes soziales Gefüge für Menschen aufrechterhalten zu können.
Je nach finanzieller Machbarkeit bieten Zeltstädte Wasserversorgung, medizinische Grundversorgung bis hin zu krankenhausähnlichen Komplexen, Kirchen, Seelsorgestellen, Lebensmittelverteilstellen, Notschulen, Schutzpatroullien, ...
Immer bilden sich am Rande dieser absolut um ein mehrfaches überbelegten Zeltstädte periphere „Stadtgebiete", die die minimale Versorgung der „Zeltstadtbewohner" oftmals um ein Vielfaches unterbieten.
Kurzfristig angedachte und durchdachte, organisierte Zeltstädte entwickeln sich zu über Jahrzehnten bewohnte Dauerstädte.

Innerhalb dieser Stadtstrukturen bilden sich mit der Zeit neben den Hauptmerkmalen von Platzmangel, Krankheiten, Traumata und Kriminalität jedoch auch die für unsere westlichen Kriterien wichtigen weitern Grundlagen einer Stadt: die gemeinschaftliche Befüllung des Alltags Mithilfe von Aktivitäten (Singen, Malen, Treffpunkten, Gebets- und Glaubenstreffpunkten,...) - der zwischenmenschliche Austausch beginnt trotz aller lebensverachtenden Umstände auch in Zeltstädten ein Teil derer zu werden.
Der Überlebenswille des Menschen ermöglicht es ihm innerhalb dieser beengten und scheinbar unstrukturierten Umgebung trotz Leid und Erlebtem ein „Miteinander" in unterschiedlichsten Formen zu entwickeln.
Insofern beziehen Flüchtlinge mit ihren Zeltstädten und deren Infrastrukturen eine besondere Art der Stadt.
Von Hilfsorganisationen und anderen Spendern in kürzester Zeit ermöglicht, schnell überfüllt unterscheiden sie sich durch dir Geschwindigkeit der Stadtbildung von allen anderen möglichen Stadtdefinitionen.

Reißbrettstädte der Römer- erschaffen zur schnellen Besiedlung von erobertem Neuland und der Unterbringung römische Garnisonen dienend, Goldgräberstädte, gestampft aus dem Bauholz des Umlandes mit langsam anwachsender Infrastruktur, moderne Designerstädte zur Umsiedlung ganzer Stadtbevölkerungen auf Grund der Funde von Bodenschätzen , Städte gewachsen in Jahrhunderten, Jahrtausenden... all dies sind unterschiedlichste Voraussetzungen zur Entwicklung sozialer Verflechtungen.

Die Entwicklung von dauerhaften Zeltstädten, hauptsächlich entstehend durch ungewollten Ortswechsel, bedingt ein neues Bewußtsein für den Umgang mit den im Zeitraffer aus infra- und sozialstrukturell entwickelten Problemen und deren Lösungen.
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Da ich durch puristischen Minimalismus Zeltstädte als eine mögliche Stadtdefinition verdeutlichen möchte, benutze ich Ecken in einem Raum, den Fußboden davor und die Wandhöhe mit Teilen der darüberliegenden Decke als Ausgangsbasis für die Erschaffung einer Zeltstadt. Die Zelte „kriechen" die Wand (die Ecke einbeziehend) hinauf, verteilen sich mäandernd über Wände und Decken.
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Von Anfang Dezember 2010 bis Anfang Februar 2011 befand sich die Installation `tendopolis` mit 2000 Papierzelten in der Städtischen Galerie der Stadt Neuss/Kulturforum Alte Post.

This film is made and copyright by Charlotte Kons.

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