Eigentlich will Hans Castorp im Lungensanatorium nur seinen Vetter Joachim besuchen. Doch er bleibt sieben Jahre. Wie Parzifal den Gral sucht Castorp in der surrealen Atmosphäre der Bergklinik eine Wahrheit. Über Zeit, Liebe, Tod – das Leben. Dabei wird er angeleitet und getrieben von Settembrini, dem humanistischen Fortschrittsfanatiker, Naphta, dem düsteren Extremisten, Krokowski, Behrens, spiritistischen Ärzten. Und Clawdia Chauchat – seiner Liebe, die ihn dem Tod immer näher bringt.
Im Zentrum von Thomas Manns Jahrhundertroman steht der Kampf um die „deutsche Seele“ – in Castorp spiegelt sich die Zerrissenheit Manns selbst, die Orientierungslosigkeit einer Generation zwischen Fin de siècle, erstem Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus. Ein Mensch erforscht eine erlahmte Gesellschaft im Angesicht des Todes. Ist Entwicklung (noch) möglich?
Inszenierung: Rabea Kiel
Bühne & Kostüme: Michaela Springer
Musik: Thomas Wegner
Dramaturgie: Felix Mannheim
Mit: Patrick Dollas, Matthias Heße, Marieke Kregel, Katja Stockhausen, Frank Wickermann