Nach einem nervenaufreibenden Rennen vor zwei Wochen in Zolder, bleiben wir weiterhin in Europa und reisen nun nach Frankreich zum Circuit de Nevers Magny-Cours. Ob dieser Kurs das Spektakel aus Zolder noch toppen kann, bleibt abzuwarten. Allerdings besticht der Kurs durch einen abwechslungsreichen Mix aus schnellen und langsamen Kurven, die vor allem Konstanz von den Fahrern abverlangen. Das Wetter dürfte den Piloten jedenfalls dieses Mal keinen Strich durch die Rechnung, in Sachen Set-Up Arbeit und Rennabstimmung, machen, denn es soll den ganzen Tag über trocken bleiben.

Der Circuit de Nevers Magny-Cours befindet sich knapp 15 Kilometer südlich von Nevers im Département Niévre im westlichen Teil Burgunds. Auf der ca. 350 Hektar großen Gesamtanlage befinden sich neben der aktuell rund 4,4 km langen GP-Strecke ein 2,53 km langer „Club“-Kurs, eine 1,1 km lange Kart-Piste und ein Offroad-Gelände.

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Vor allem der letzte Abschnitt des bis 2002 gefahrenen Kurses mit der Schikane vor der engen Zielkurve erwies sich als unfallträchtig, weil die Strecke im Bereich der Anbremszone und in der Schikane selbst stark abfiel und die Fahrzeuge noch dazu beim Überfahren der hohen Curbs schnell abhoben und unkontrollierbar wurden. Da sofort nach der Schikane eine scharfe Rechtskurve direkt vor der Boxenmauer folgte, fehlte eine angemessene Auslaufzone.

Deshalb wurde ab Herbst 2002 erneut umgebaut. Im letzten Streckendrittel wurde die Chateau d’eau-Kurve etwas weiter nach außen verlegt und der Radius verkleinert, die darauf folgende Gerade wurde leicht nach links versetzt und verlängert. Sie endet nun in einem neuen Streckenteil mit der Bezeichnung Complexe du Lycée vor Start und Ziel, der durch eine scharfe Rechtskurve mit sehr großer Auslaufzone eine risikoarme Gelegenheit für Überholversuche bietet.

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Im Zusammenhang mit diesen Umbauten wurden die meisten Kies-Auslaufzonen durch Asphalt ersetzt und die Ein- und Ausfahrten der Boxengasse verlegt. Zuvor mündete die Ausfahrt direkt im letzten Teil der Grande Courbe, wo es häufig zu Berührungen oder Beinahe-Kollisionen zwischen den relativ langsamen ausfahrenden Wagen und den mit hohem Tempo auf der Strecke herannahenden Fahrzeugen gekommen war.

Die Ausfahrt wurde aus diesem Grund – baulich von der eigentlichen Fahrbahn getrennt – verlängert und endet nun erst am Beginn der Estoril-Rechtskurve. Der Tempo-limitierte Teil der Boxengasse an den aktuell 48 Garagenplätzen ist jetzt allerdings kürzer als vorher; damit kosten Boxenstopps insgesamt weniger Zeit.

Die Kräfteverhältnisse sollten sich daher seit Zolder nicht allzu sehr verschoben haben. Der einzige Unsicherheitsfaktor für die Fahrer sind die zusätzlichen Fahrergewichte. Diese sollten den Piloten vor allem im letzten Drittel des Rennens zu schaffen machen. Den Sieg dürften aber vor allem wieder die Piloten aus den Rennställen HTSR und Energize Racing unter sich ausmachen. Wie gewohnt kann das Geschehen auf der Rennstrecke hier in unserer Wiederholung verfolgen.

Kommentiert wurde der Stream von Benjamin Müller. Wir wünschen viel Spaß!

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