Kollektive Lektüre der individuellen Haut-Protokolle: Sammeln der Indizien, die eine Lösung dafür bereithalten, was hier, heute und jetzt der Fall ist. Kriminologische Spurensuche. Gibt es eine Lösung? Gibt es einen Fall? „Ich muss sichtbar sein, ich muss mich verkaufen, ich muss eins sein!“ Hysterische Panik-Subjekte, die ihre sichtbare Haut zu Markte tragen, sie den Werbeoberflächen beständig anpassen. Wie entkommt man dem Diktat des Visuellen? Wunsch nach Berührung ohne Kontrollfunktion. Unsere Haut verzeichnet Anti-Biografien: eine Schrift, die Spuren des Selbst im Fleisch, auf der Haut, im Gedächtnis des Körpers hinterlässt, ohne eine feste Kontur zu stabilisieren, die Ich heißen soll. Stattdessen: Häutungen, Faltungen, Beats, die sich unter die Haut schieben, Grenzgänge, Durchlässigkeiten, Trennungen, Berührungen. In welche Geschichte(n) sind wir eingenäht? Was lässt die Blase platzen? Ein Schimmern gleitet über die hellen Oberflächen der Körper: Projektionen aus einer Gegenwart, die nie die unsere war. Eine Frage drängt und windet sich unter den Oberflächen: Was trennt uns von unserer Zukunft?