HORIZONTE – Expertengespräche des Stifterverbandes:
Interview mit Andreas Suchanek, Professor für Nachhaltigkeit und Globale Ethik, Handelshochschule Leipzig, und Vorstandsvorsitzender des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik

Ein Gespräch über das Zusammenführen von Ethik und Wirtschaft, die Vorstellung von Moral als Investition in den allgemeinen Vorteil und über Verantwortung, die sich auch im Kerngeschäft von Unternehmen ausdrücken muss.

Interview: Corina Niebuhr

Andreas Suchanek sagt:

"In den letzten 20, 30 Jahren war in der BWL-Ausbildung, bei den MBA-Kursen, Ethik nicht wirklich ein Thema. Die Folge ist: Man hat’s nicht parat. Man weiß gar nicht, wie man betriebswirtschaftliche Konzepte in Verbindung bringen soll mit dem, was Verantwortung und Nachhaltigkeit heißt."

"Wenn man an Moral denkt, denkt man oft an diese Idee: "Moral ist nur echt, wenn sie weh tut." Ich glaube nur, dass eine solche Vorstellung von Moral, wenn man sie an die Wirtschaft, an Entscheidungsträger heranträgt, überhaupt nicht funktionieren kann."

"Wir müssen Vorteilhaftigkeit zusammenbringen mit Moral und brauchen dann einen etwas weiteren Begriff von Moral. Dazu gibt es auch bereits ein schönes Wort: Investition. Es geht um die Investition in den eigenen und zugleich den allgemeinen Vorteil."

"Die Hochschulen sind im hohen Maße davon getrieben, was ihnen Reputation bringt. Und das Wichtigste derzeit ist nach wie vor Forschung. Das Problem ist nur, dass die Reduktion auf die Kategorien, die man in der empirischen Forschung gut verifizieren kann, Modelltechniken usw., oft nicht sehr gut zugänglich sind für das, was in der Unternehmensehtik relevant ist. Versuchen Sie mal, Würde messbar zu machen!"

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