Deanna Templeton: geboren 1969. Lebt und arbeitet in Huntington Beach (US-Bundesstaat Kalifornien).
Deanna wächst in einer Vorstadtsiedlung im kalifornischen Bezirk Orange County auf und ist in ihrer Jugend auf nahezu jedem Punkkonzert zu finden. Als sie nach einem kurzen Ausreißversuch wieder zurück nach Hause kommt, kauft ihr die Mutter eine Kamera als Willkommensgeschenk. Das war 1985 und bezeichnet den Beginn ihrer Laufbahn als Fotografin.

Deanna Templeton ist nicht der typische südkalifornische „Snaparazzi“. Sie war in den 1980er Jahren in der Punkrockszene von Los Angeles unterwegs und tauchte in den frühen 90ern tief in die Skateboardszene ein – so hatte sie einen einzigartigen Zugang zu diesen Subkulturen.

Ihre letzte Fotoserie mit dem Titel Your Logo Here (zu Deutsch: „Hier könnte Ihr Logo stehen“) und das gleichnamige Buch zeigen junge Skateboard-Groupies, die ihre Körperteile an ihre Idole aus der Skateboardszene überschreiben, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Skater kritzeln ihre Namen auf die Körper, oft auf BHs oder Brüste, und die jungen Mädchen strahlen daraufhin voller Stolz in die Kamera. Auf den ersten Blick scheinen diese Bilder nur eines von vielen Ritualen einer amerikanischen Subkultur zu dokumentieren, doch bei genauerem Hinsehen werfen sie interessante Fragen nach den Umgang junger Frauen mit ihrem Körper auf, danach, wie sie sich in den Medien präsentieren und bisweilen freiwillig ihre eigene Vergegenständlichung betreiben. Die Skater drücken den Körpern dieser Frauen buchstäblich ihren Stempel auf, wie einen Eigentumsbeleg, eine Art Brandzeichen oder Reviermarkierung, und die Mädchen sind davon begeistert.

Mittlerweile lassen Skateboardfirmen und andere große Unternehmen, wie Honda oder G-Star, ihre Marken von den Leuten am Strand wie Brandzeichen auf der Haut tragen; so dient die Kennzeichnung des Körpers mit einem Markenlogo der Selbstfindung einer jüngeren Generation. Ein Trend, der über die herkömmliche Präsentation von Logos auf T-Shirts, Kappen oder Sweatshirts hinausgeht – eine neue Form von „radikaler Werbung“.

Der Titel der Ausstellung, von Deanna selbst gewählt, stammt aus einem Song der Indie-Rock-Band The Smiths – die vollständige Zeile lautet: “Scratch my name on your arm with a fountain pen / This means you really love me.”

Bild-Copyright: (c) Deanna Templeton
Ein Film von Ralph Goertz
© IKS / NRW-Forum
nrw-forum.de

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