„Es darf Spass machen, jüdisch zu sein“, sagt Jalda zu Beginn des Films. Und fügt hinzu: „Das ist jetzt sehr verkürzt formuliert. Der Weg der dazwischen liegt, war heftig.“Die Künstlerinnen Jalda Rebling und Anna Adam leben zusammen in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie sind Jüdinnen. Und sie sind die „erste Generation danach“, Töchter von Müttern, die Auschwitz überlebten. Dies hat ihre Leben und ihr Gefühl zum Jüdischsein zutiefst geprägt. Judentum war für sie von klein auf verbunden mit Verlust, Schwere und ungelebter Trauer. „Für uns ist Gedenken DNA“, so fasst Jalda lakonisch das Erbe unausgesprochener und zugleich allgegenwärtiger Familienerinnerungen zusammen.
Als sich Jalda und Anna Anfang der 90er Jahre kennenlernten, fühlten sich beide an einem Tiefpunkt in ihrem Leben. Gemeinsam machte sich das Paar auf einen langen und mühsamen Weg nach einem freudvollen Zugang zu ihrem Jüdischsein.
Der Film setzt dort an, wo die beiden Frauen heute stehen und erzählt wie sie sich - quer zu den Konventionen der jüdischen Community und auch zu den herrschenden Vorstellungen der nicht-jüdischen deutschen Gesellschaft – auf eigenwillige und hartnäckige Weise eine eigene jüdische Lebensweise geschaffen haben: Jalda, als eine der wenigen ordinierten jüdischen Kantorinnen in Deutschland und in der selbstgegründeten egalitären jüdischen Gemeinde, in der sie für sich und andere hierarchiefreie Räume schafft und neue Rituale und Traditionen kreiert. Anna, die mit ihren Kunstprojekten den herrschenden Gedenkkanon unterwandert, in einem „Happy Hippie Jew Bus“ durch die deutsche Provinz tingelt und zu ebenso satirisch wie ernstgemeinten Auseinandersetzungen mit dem Judentum einlädt. „Die Vergangenheit sollte ein Sprungbrett sein und nicht ein Sofa“, sagt sie und konterkariert z.B. mit Kirschkernkissen in Form eines Davidsterns gängige Symboliken des Gedenkens. Mit hebräisch-sprachigen Abziehtattoos provoziert sie die jüdische Eltern- und Grosselterngeneration und rebelliert so auch gegen Tabus aus ihrer eigenen Kindheit.
Beide Künstlerinnen erweitern in ihren Arbeiten stetig die Grenzen des Bestehenden.
Zwei Jahre lang haben die FilmemacherInnen Katinka Zeuner und Ben Laser sie durch ihren Alltag zwischen Berlin, der deutschen Provinz und bis nach Israel begleitet.
„Jalda und Anna – Erste Generation danach“ zeichnet ein Porträt zweier Frauen, die heute selbstbewusst stolz und jüdisch in Deutschland leben, sich mit Bestimmtheit und Humor ihren Platz in der Gesellschaft nehmen und diesen immer wieder neu gestalten.
Die DVD kann bestellt werden unter katinkazeuner(a)googlemail.com

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