Zum Inhalt:
Ihr Leben lang treibt Emma Bovary die verzweifelte Sehnsucht nach einem großen Gefühl um. Sie träumt sich in andere Welten, spinnt romantische Geschichten und erfindet immer wieder neue interessante Selbstentwürfe: Mal gefällt sie sich in der Rolle der tugendhaften Ehefrau, dann der liebenden Mutter, der Luxuslady und schließlich der verruchten Femme Fatale.

Aber Emma Bovary lebt in einer Gesellschaft, die Frauen keine Flügel verleiht: Wohlbehütet aufgewachsen und im Kloster erzogen, begeistert sich das Mädchen schon früh für romantische Romane, die Banalität und Seelenlosigkeit der Welt verklären. Sie heiratet den Landarzt Charles Bovary, einen soliden aber leidenschaftslosen Menschen. Bald stürzt sie sich in Affären mit anderen Männern, in Schübe von nervöser Krankheit, in Konsumsucht und Schulden. All das erfüllt sie nicht, dem unendlich langweiligen Leben in der Provinz und der seelischen Verkümmerung kann Emma Bovary nicht entfliehen. So entscheidet sie sich für einen letzten großen Auftritt: Die tragische Heldin nimmt sich mit Gift das Leben.

Gustave Flauberts Roman, 1857 erschienen, wurde für „lasziv“ und „unmoralisch“ erklärt, dem Autor der Prozess wegen „Verstoßes gegen die öffentliche Moral, die guten Sitten und die Religion“ gemacht. Das konnte jedoch nicht verhindern, dass „Madame Bovary“ zu einem der berühmtesten Texte der Weltliteratur und Flauberts sezierender Realismus, der jedoch die große Liebe für seine Hauptfigur nicht verhüllen kann, stilbildend wurde.

Petra Luisa Meyer, die sich bereits mit den großen Frauenfiguren „Effi Briest“ und „Anna Karenina“ inszenierend auseinandergesetzt hat, wird eine eigene Bühnenfassung des Romans in Nürnberg zur Aufführung bringen.

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