open-strategies.de/sessions/twinkomplex-%E2%80%93-die-welt-als-grenzenlose-fiktion

TwinKomplex ist ein Browserspiel, das im Oktober 2011 von der Berliner Firma Ludic Philosophy ins Leben gerufen wurde. In dem transmedialen Agentenspiel verwischt die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Was geschrieben und erzählt, gefilmt und gesprochen wird, ist so real wie fiktional. Denn die Realität kann in jedem Moment in das Spiel einbrechen – und das Spiel wird in jedem Moment auf “reale Ereignisse” übergreifen können. Wo Fiktion und Realität nicht zu unterscheiden sind, begreift man plötzlich, dass Fiktion lediglich eine Schicht der Realität, dass Realität längst Fiktion geworden ist. Unsere Mythen und Geschichten, unsere Legenden und Vermutungen über die Welt klären uns ebenso sehr über sie auf wie bloße Faktizität. Sie sind als Sinnstiftungsmaschine der soziale Klebstoff. Das Stichwort heißt Gamification.
Dabei erzeugt die Verschmelzung von digitaler und realer Welt nicht unbedingt eine “Augmented” oder “Alternate Reality”, sondern eher eine Art “Augmented Virtuality”: Die Virtualität des Spiels kehrt die virtuelle Natur unserer Realitätserfahrung hervor.
Die im Internet verfügbare Information, der Einsatz von Schauspielern statt Avataren, die Einbindung von Orten und Gegebenheiten der sogenannten realen Welt, von Fälschungen und echten Dokumenten oder von Websites, die zwar zum Spieluniversum aber auch zum WorldWideWeb gehören: All das führt TwinKomplex in Grenzgebiete, die mit herkömmlichen Spieluniversen nicht mehr viel zu tun haben. TwinKomplex erzählt viele Stories, erfundene, übertriebene, fantastische, aber die eigentliche Geschichte von TwinKomplex erzählt diese neuartige Realität, in der Virtualität nur eine weitere Schicht der physischen Welt darstellt.

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