Die Toba-Indianer im Norden Argentiniens sind mit etwa 60.000 Mitgliedern die größte noch existierende indigene Gruppe Lateinamerikas. Ihre Vorfahren und die Älteren in der Gemeinschaft haben Unterdrückung erlebt, die sich erst mit Protesten zwischen den Jahren 2005 und 2007 abschwächte. Seitdem kommt das Militär mit Lebensmitteln, es gibt Pensionen für Alte und Kranke, Hilfsorganisationen fahren beinahe wöchentlich aus fernen Städten in die Provinz Chaco und ein 1400 Quadratkilometer großes Reservat.

Doch die längst überfällige Hilfe bringt auch Nachteile: Entfremdung, Lethargie und den Verlust von Traditionen.

Die Indianer sind tief gespalten, weil sie sich an politischen Richtungen und Versprechen orientieren und nicht wieder zusammenfinden. „Die Politik hat uns auseinandergetrieben“, sagt Toba-Häuptling Nicolas Petiso aus der Gegend Paso Sosa. Der Lehrer Eduardo Jatschuk ergänzt: „Die Toba haben nicht die Veranlagung, sich zu versöhnen.“

Noch dazu lernen die Indianer im Wald die Vorzüge der westlichen Welt schätzen. Sie haben Fernseher, Handys und Motorräder, ohne dafür viel tun zu müssen. Stattdessen stützen sie sich auf die Pensionen und Güter der Hilfsorganisationen oder fällen die wenigen kostbaren Bäume ihres Waldes und verkaufen das Holz weit unter Preis.

Die Gegend Paso Sosa, in der die Fotos entstanden sind, steht sinnbildlich für den Verlust von Traditionen und die Gefahren, die unüberlegte Entwicklungshilfe mit sich bringt.

johanneskuehner.de

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