Wir befinden uns mitten in einer schnelllebenden Gesellschaft. Neue Technologien ermöglichen uns zukunftsvisionäre Dinge zu verwirklichen. So hat es auch nicht lange gedauert bis aus dem jahrelangbewährten Buch eine neue, ­schnellere Version auf dem Markt gebracht wurde: das eBook. Ein elektronisches Gerät, welches in der Lage ist hunderte von Bücher auf seiner Festplatte zu speichern und wiederzugeben. Mithilfe der Verwendung eines elektronischen ­Papieres ist auch die Lesbarkeit gewährleistet. Warum dann also noch auf ein normales, altes Buch zurückgreifen?

Der Gebrauch eines normalen Buches geht verloren. Was bleibt ist das Buch als Objekt, als Hülle, als Trophäe, als Erinnerung im verstaubten Bücherregal. Und mittendrin der Inhalt - vielleicht schon gelblich aufgrund des Alters; eine alte Rechtschreibung oder viele Wörter die man vielleicht nicht mehr versteht. Doch das Buch umschlingt den Inhalt fest wie einen teuren Schatz. Denn der Inhalt ist unveränderbar. Anders wie beim eBook existiert kein Update. Der Kontext bleibt also immer derselbe. Könnten Angaben in eBooks vielleicht zu politischen oder gesellschaftlichen Konflikten führen, werden diese einfach kurzer Hand entfernt.

Kritische Bücher gab auch schon damals und auch deren Inhalte waren verboten - nur wurden diese komplett in riesigen Mengen verbrannt. So wurden am 10. Mai 1933 ( heute der Tag des Buches) in symstematischer Verfolgung Werke von ‚unbequemen‘ Schriftsteller verbrannt. Darunter vierundzwanzig bedeutende Schriftsteller wie Heine, Brecht, Kästner oder Freud. Heine drückte sein Entsetzen über die Verbrennung folgend aus: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“

Mit dem ‚Ersetzen‘ eines psychikalischen Buches durch ein elektronisches, können wir- zwar in einer nicht so sichtbaren Weise wie bei einer Verbrennung- den wahren Kontext des Buches und somit auch das Gedankengut des Autors zerstören. Das Projekt ‚Destroying the Book‘ soll anhand einer Performance die brutale Zerstörung eines Lebenswerkes vor Augen führen. Die zerstörten Bücher sind Sammelbände der herausheragenden Schriftsteller Heinrich Heine und Johann-Wolfgang von Goethe. Die letzte verbleibende Seite ist jeweils ein Zitat der Schriftsteller in Bezug zu dem Objekt des Buches.

Direktion und Idee: Victoria Berger
Kamera: Philipp Puschner

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