Passend zum Grau machte sich eine düstere Gruppe der Vergangenheit, allesamt Kämpfer für das vergangene Deutschland auf den Weg. Unter dem Motto "Zurück in die Zukunft! Vorwärts in die Vergangenheit! 80 Jahre Tag von Potsdam" marschierten ein preußischer Soldat, ein Soldat der Wehrmacht und ein SA-Mann. Am Rande der grausigen Vorstellung über die Brandenburger Straße wurden Flyer und eine Sonderausgabe der Potsdamer Allgemeinen Zeitung verteilt, um gegen der Wiederaufbau der Garnisonkirche mobil zu machen.

Die Passanten reagierten erfreut über die Aktion und viele sprachen sich spontan ebenfalls gegen einen Wiederaufbau der zerstörten Militärkirche aus.Im Anschluss fand eine Informationsveranstaltung im Alten Rathaus statt. Bernd Langer (Künstler und Schriftsteller) hielt einen Vortrag zum Thema "Der Tag von Potsdam. Faschismus in Deutschland".

Text des Aktionsflyers:

Potsdam am 21.03.1933, vor 80 Jahren:
Die Überreste des nationalkonservativen Preussens, das bereits 1914 erstmalig die Welt in Brand setzte, reichen den Nationalsozialisten die Hand und ermöglichen damit nicht nur in den Köpfen eine Ideologie und ein Verbrechen, das die Welt noch nicht gesehen hat.

Der 21.03.1933: Ein Tag und eine Feier in passender Kulisse von Goebbels minutiös inszeniert.
Der 21.03.1933: Ein Tag, in dem die verschiedenen gewählten Kräfte unter massenhaftem Beifall aus der Bevölkerung einen verbrecherischen Pakt eingingen.
Der 21.03.1933: Ein Tag, der zuerst tragische Konsequenzen für Millionen Menschen, nicht für die Altstadt Potsdams, hatte.
Die Kulisse: Die preußische Paradestadt Potsdam – mit außerordentlicher Militärkirche und Geist von »Üb‘ immer Treu und Redlichkeit« – wurde nicht zufällig vom kommenden Verfechter des »totalen Krieges« ausgewählt. Militarismus, Krieg, Gehorsam und Disziplin – Potsdams preußische Kerntugenden, die auch im
aufblühenden Nazideutschand und bei der Vernichtung von Millionen von Menschen eine entscheidende Rolle spielten.

1945: Aus und vorbei dieser Albtraum... so blieb zu hoffen...
Aktuell nutzen reaktionäre Kräfte den Deckmantel einer vermeintlichen Versöhnung und der touristischen Aufhübschung und spazieren (scheinbar) unbekümmert auf den Spuren der Diktatur und erdreisten sich den Potsdamer Beitrag zum Massenmord und Holocaust als eigentliche Widerstandshandlung umzudeuten.
Dass Militarismus und der Wiederaufbau der Garnisonkirche im modernen Potsdam nichts zu suchen haben, sollte selbstverständlich sein – ist es aber nicht. Konservative sowie Alt- und Neufaschisten gilt es ein für alle Mal in ihre Schranken zu weisen.

Mit dieser Agitprop-Aktion wollen wir aufrütteln. Genug von Nazis und dem preußischen Mief. Gib Nazis weder die Hand noch den kleinen Finger und lassen wir Preussen sein was es sein muss: Geschichte.

Für ein lebenswertes Potsdam – Kein Geschichtsklamauk – Keine Garnisonkirche!
Nie wieder Krieg – Nie wieder Preussen – Nie wieder Faschismus

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