Brunn am Gebirge, eine Marktgemeinde mit über 10.000 Einwohnern, ist sicher mehr als ein „Und“ zwischen Wien und Mödling, Baden oder Wiener Neustadt. Seit der Jungsteinzeit ist das Gebiet besiedelt, u.a. von Römern und Awaren, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 12. Jhdt.- Von mehreren Katastrophen geprägt ist die weitere Geschichte des Ortes: Zerstörungen durch die Türken und Tataren 1529, 1683, Kriege, Pest … Die Leopold Gattringer-Straße erinnert an einen der wenigen Brunner, die den Türkenüberfall 1529 überlebten. - Ziegelwerke und Industrie (Glasfabrik) brachten ab dem 18., besonders im 19. und 20. Jhdt. einen deutlichen Aufschwung, rund 700 Wirtschaftstreibende sind in Brunn am Gebirge angesiedelt. Tradition hat in Brunn selbstverständlich auch der Weinbau, der die sanften sonnigen Hänge eines allerdings sehr bescheidenen „Gebirges“ prägt. Sehenswert ist die gotische Pfarrkirche. U.a. gedenkt man hier des Lehrers und Komponisten Anton Schlesinger (1873 -1924), des „Arbeiterdichters“ Alfons Petzold (1882-1923), des Gründers der Anthroposophie Rudolf Steiner (1861-1925), des Bürgermeisters Franz Anderle und anderer, die im Kampf für den Frieden und gegen den Nationalsozialismus ihr Leben verloren. Eine Straße ist nun nach dem 2003 verstorbenen Sozialminister (1990-95) Josef Hesoun benannt, einst Gemeinderat in Brunn. Aus Brunn stammten u.a. weiters Otto Mauer (1907-1973), Priester und Kunstsammler, der Komponist Hans Gál (1890-1987) und der Schriftsteller Franz Keim (1840–1918).