Josef Jakubowicz wurde am 10. Oktober 1925 in der polnischen Stadt Auschwitz geboren, deren Name zum Synonym für den millionenfachen Massenmord an den Juden wurde. Die siebenköpfi­ge Familie Jakubowicz gehörte zu den rund 9.000 Juden, die in der etwa 13.000 Einwohner zählenden Kleinstadt wohnten und arbeite­­ten. Mit dem Einmarsch der Deutschen wurde das blühende jüdische Leben jedoch jäh beendet. Auf dem Gelände, wo Josefs Volksschule stand, erbauten die Nazis das Kon­zentrationslager Auschwitz-Birkenau. Der damals 14-Jährige musste als Zwangsarbeiter sogar dabei mithelfen, die Baracken, Zäune und Wehr­türme der Todesfabrik zu errichten. Bis zu seiner Befreiung am 15. April 1945 im KZ Bergen-Belsen durchlitt Jakob eine Odyssee, die ihn durch acht Arbeits- und Konzentrationslager führte. Der Großteil seiner Familie überlebte die Shoa nicht, Vater, Geschwister, Onkel und Tanten wurden ermordet.
Mitte 1945 verschlug es Josef Jakubowicz zunächst nach Bamberg in ein Auffanglager für Holocaust-Überlebende, von wo aus er ins jüdische Displaced Persons (DP) Camp Fürth-Hardhöhe übersiedelte. Im städtischen Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte Tuberkulose und über­wiesen den jungen Mann in eine Lungenheilstätte in Georgensgmünd. Auch in dieser kleinen Ortschaft hatten sich jüdische DPs niedergelas­sen. Zusammen mit anderen Überlebenden der Konzentrationslager – die in Roth, Katzwang und Schwabach un­tergebracht waren – gründete man eine jüdische Gemeinde, das Jüdische Komitee Schwabach. 1947 heiratete Josef seine Jugendfreundin Jente Schwarz­berg; ein Jahr danach kam Sohn Jehuda zur Welt. Josef Jakubowicz lebte bis zu seinem Tod im Mai 2013 in Nürnberg.

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