Was Bleibt? ist ein assoziativer Kurzfilm – eine Visualisierung eines Gedichtes – der auf sehr intime Weise einen kurzen Ausschnitt aus dem langen Leben einer mittlerweile erblindeten, fast neunzigjährigen Frau zeigt und der Frage nachzugeht: Was bleibt?

Das Gedicht, welches von der Protagonistin verfasst wurde und für die filmische Umsetzung diente, lautet wie folgt:

„Mir ist
als ob ich alles Licht verlöre.
Der Abend naht, unheimlich wird das Haus ich breite einsam meine Arme aus
und keiner sagt mir wo ich hingehöre.”

Dieses Gedicht ist die Grundlage für die filmische Umsetzung. Der Tagesablauf der alten Frau gibt die äussere Struktur. Ich wollte ihren Alltag keineswegs dokumentarisch festhalten, sondern intime, flüchtige Einblicke in ihr Leben suchen und einen Weg finden, ihre Isolation und Einsamkeit auf eine respektvolle Art visuell umzusetzen.

Zur Person:
„Nana“ wurde 1924 in Schlesien als Charlotte Brettschneider geboren. Mit Anfang zwanzig, nach eben beendetem, obligatorischem Arbeitsdienst, floh sie vor den Russen quer durch Österreich und landete auf Umwegen in dem kleinen Bergdorf Schruns, von dem sie nie wieder in die Heimat zurückkehrte. Auch ihre Familie hat sie nie mehr wiedergesehen. Sie heiratete einen Russlandheimkehrer, zog acht Kinder und schliesslich noch einen Enkel gross. Trotz neuer eigener Familie fand sie in Vorarlberg keine neue Heimat. Ihre Wohnung - 88m2 im obersten Stockwerk eines Mehrfamilienhauses - wurde zu ihrer Festung. Seit 2005 hat sie diese Wohnung nicht mehr verlassen. Seit 2012 ist sie klinisch blind. Trotzdem will sie bleiben - bis zu ihrem Tod. Und die Welt um sie herum mag auseinanderbrechen und verdunkeln, die Wände bröckeln, das Chaos überhand nehmen - was sie bis heute nicht verloren hat, sind ihr Scharfsinn, ihre Sturheit und ihr Erfindergeist.

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