Bruneck ( Südtirol ) – Bahnhof : Es ist Sonntag der 1. September um 14 Uhr. Achim und Sigi blicken in freudige aber zugleich gespannte Gesichter. In wenigen Minuten beginnt die Premiere und das Abenteuer Trekking – Paragliding von FREIRAUM….. Die Zugtür schließt, eine italienische Durchsage nennt die nächsten Stationen und schon fahren wir auf unser Ziel Richtung Osten nach Greifenburg in Kärnten zu. Die Rahmenbedingungen für unser Vorhaben sind klar. Wir möchten in einer kleinen, überschaubaren Gruppe in den nächsten 5 Tagen möglichst viel Erlebnisse in den Bergen abseits jeglichen Rummels aufsaugen und von Greifenburg zurück zu unseren Autos nach Bruneck im Pustertal kommen. Und das ganze stressfrei, fern vom X-Alps Fieber aber mit der nötigen Motivation…..Wir haben überschaubare Tagesetappen geplant, die wir mit Gleitschirm, zu Fuß und zum Teil aber auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen und genießen wollen.

Soviel vorweg: Es liegen unbeschreiblich schöne Tage vor uns in denen wir zu Fuß oder aus der Luft die Blicke und Stimmungen zu den gewaltigen Bergen des Alpenhauptkammes oder zu den nahen Dolomiten aufsaugen können…
Am Montagfrüh werden wir von einer Mischung aus Restbewölkung und Sonnenaufgang geweckt. Es ist um kurz nach 6 Uhr am Morgen. Wir wollen in der Region der Kreuzeckgruppe starten bevor uns der Nordwind einen Strich durch die Rechnung macht. Beim ersten Aufstieg bereits bleiben wir immer wieder stehen um die tollen Wolkenstimmungen fotografisch festzuhalten. Leider zwingen uns aber auch dieselben Wolken die Wanderung noch 2 Std. fortzusetzen. Auf einmal klart es auf, der Blick ins Tal wird frei und schnell sind alle Schirme an einem geeigneten Platz ausgelegt. Nach den gelungenen Starts folgt der erste Flug mit sanfter Thermik. Kurz vor Lienz dann der Funkspruch mit dem Hinweis, dass wir aus Sicherheitsgründen landen gehen. Der Nordwind wird spürbar und wir wollen ja weiterhin schöne Erlebnisse haben und nichts riskieren….
Glücklich legen wir die restlichen paar Kilometer nach Lienz mit dem Zug zurück und steigen von dort direkt noch 1000 Höhenmeter auf zu unserem nächsten Nachtquartier auf einer Hütte. Der Nordwind zerrt mächtig an den Bäumen und bestätigt uns in der Entscheidung zuvor sicher gelandet zu sein. Die Hütte haben wir für uns allein und alle feiern bei einer deftigen Jause den gelungenen Tag bevor wir uns müde auf die Matratzen verkriechen.
Leider weht auch am nächsten Morgen noch der Wind kräftig aus Nord. Wir steigen zur Pustertaler Höhenstraße ab und genießen jede Minute.
Weiter geht’s mit Bus und Zug nach Sillian und von dort Richtung Norden in ein liebliches Seitental. Im Quartier am Abend sind alle schon wieder voller Vorfreude….. Vorhergesagt ist ein bescheidener, genußvoller Aufstieg und ein perfekter Flugtag.
Leicht irritiert stehen wir dann am nächsten Tag am ausgewählten Startplatz und es bläst uns ein extrem strammer und nicht prognostizierter Westwind ins Gesicht. Anstatt „ Parawaiting“ zu spielen machen wir uns weiter auf den Weg entlang des Bonner Höhenweges. Wir ziehen an Bergseen vorbei und laufen über die schönsten Startplätze der Region. Doch der starke Westwind bleibt bis zum Abend. Anstatt einem schönen Flug gibt’s nun brennende Füße und nach 20 km und nochmals 600 Höhenmeter Abstieg ist die Grenze erreicht… Sigi lässt nach einem kurzen Telefongespräch seine langjährigen Kontakte spielen, eine kurze Fahrt mit einem befreundeten Taxler und schon befinden wir uns kurze Zeit später inmitten herzlicher Südtiroler Gastfreundschaft auf einem Bauernhof, bei einem gelungenen Abendessen und dem einen oder anderen Bier und einem Glas Wein.
Am nächsten Tag kommt dann die Entschädigung auf ganzer Linie…. Der heutige Aufstieg oberhalb von Toblach auf einen Traumstartberg ist bald und ohne Probleme bewältigt. Am Startplatz können alle mit Achim und Sigi den Streckenflug zu unserem Tagesziel im Antholzertal besprechen. Überall stehen schon perfekte Thermikwolken am Himmel und die Spannung steigt. Achim startet voraus, zeigt genau die Thermikquellen an und kurze Zeit später sind alle an der Basis . Auf dem weiteren Weg nach Westen dann die nächste Schlüsselstelle. Die Talquerung über das Gsiesertal ist lang und einige kommen doch tief an. Jetzt wird es richtig taktisch. An einer bestimmten Stelle müssen wir die Zähne zusammenbeißen und geduldig geht es bis auf 3300 m hinauf. Gewaltig der Blick zu den Schneebergen im Norden und zu den Drei Zinnen im Süden. Fast jeder spürt wohl nun, dass Bergwandern und Fliegen eine der schönsten Kombinationen ist. Auch wenn ein paar im Gsiesertal „absitzen“ und nicht alle das Tagesziel erreichen ist die Gruppe bereits am frühen Nachmittag wieder komplett vereint. Die Stimmung ist weiterhin grandios und in gebührender Atmosphäre stimmen wir uns auf den finalen Tag ein.

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