Drei Zeitzeug/innen sprechen über ihre Zwangsarbeit im Zusammenhang mit dem Begriff der „Sklaverei.“
Der Kurzfilm basiert auf Zeitzeugen-Interviews im Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945" (zwangsarbeit-archiv.de).

Die systematische Ausbeutung von über 12 Millionen Menschen hatte viel gemein mit anderen historischen (und aktuellen) Formen der unfreien Arbeit und des Sklavenhandels. Jedoch unterschied sich das NS-System von antiken oder amerikanischen Sklavenhaltergesellschaften, etwa indem die jüdischen KZ-Häftlinge letztlich vernichtet werden sollten – sie zählten "less than slaves“ (B. Ferencz).
Einige der nationalsozialistischen Sklavenhalter wurden bald nach Ende ihrer Herrschaft juristisch verfolgt: Die als "slave labour programme“ bezeichnete millionenfache Verschleppung der Zivilbevölkerung zur Zwangsarbeit war ein zentraler Anklagepunkt des Nürnberger Prozesses. Am 1. Oktober 1946 erging das Urteil, u. a. gegen Fritz Sauckel und Albert Speer. In den Jahrzehnten danach wurde die Zwangsarbeit dagegen als übliche Kriegserscheinung und "Fremdarbeit“ bagatellisiert. Erst in den 1990er Jahren wurde der Begriff Sklavenarbeit wieder verwendet.
In der Debatte um eine Entschädigung wurde mit der Unterscheidung zwischen Zwangsarbeit und Sklavenarbeit vor allem das schreckliche Schicksal der KZ-Häftlinge hervorgehoben. Der Vergleich deutscher Unternehmen mit Sklavenhaltern unterstützte nicht nur die Entschädigungsforderungen, sondern half Überlebenden und Kommentatoren auch, die ungeheure Größe und Brutalität des nationalsozialistischen Arbeitseinsatzes einordnen zu können.
Auch in der individuellen Erinnerung der Überlebenden spielt der Begriff "Sklavenarbeit" eine Rolle. Manche, wenngleich bei weitem nicht alle ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beschreiben sich selbst als "Sklaven“, vor allem, wenn sie über Demütigungen und die ihnen vorenthaltene Gerechtigkeit sprechen.

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