Wenn es eine Rap-Combo gibt, die Plattdeutsch rappt, als wäre es das Normalste der Welt, dann sind das BLOWM & Maddin. Auf der Bühne immer unter Strom, fesseln die beiden Hamburger Rapper Omas, Opas, Kindergartenkinder, Punks und hardcore straight up HipHop Fans. Angefangen mit einem Song (Wat mutt dat mutt) für den Plattsounds Bandwettbewerb 2011, holte BLOWM sich mit Maddin die passende Verstärkung für das mittlerweile halbstündige Live-Programm.
Die Beats sind schwer, die Raps “flowen” und das alles in der Sprache Ihrer Großeltern. “Wir sind zwar keine Muttersprachler, aber wir sprechen fließend Plattdeutsch.” Und das merkt man. Maddin, ehemaliger Schlagzeuger der Emder Band Johann Janssen, weiß, was beim Rap neben den Texten wichtig ist: “Der Rhythmus und die Betonung müssen stimmen. Das ist beim Schlagzeugspielen genau wie beim Rappen.” Die Stimme wird zum Instrument. BLOWM, der 2004 das erste Emder Rap-Album “Wer? Blowm” fertig stellte, freut sich besonders über die Nische. “Der plattdeutsche Rap ist unser Alleinstellungsmerkmal.

So wie wir das machen, gibt es keinen.” Er nennt sich augenzwinkernd den plattdeutschen Jay-Z. Und obwohl er in erster Linie hochdeutsch rappt, sieht er im Plattdeutschen ungeheures Potential. Die beiden Musiker haben eine Mission: Sie wollen zu Ina Müller in den Schellfischposten. “Bis dahin ist aber noch einiges zu erledigen. Wir arbeiten an neuen Beats und wollen natürlich so bald wie möglich live neue Songs an den Start bringen.” Ob es schwieriger ist, auf plattdeutsch zu reimen, als auf hochdeutsch, bejahen beide ohne lange zu überlegen.
“Die Art zu Denken und zu Schreiben ist eine ganz andere als im Hochdeutschen,” lässt der studierte Linguist BLOWM verlauten. Und Maddin ergänzt: “Wir brauchen ja auch eine Menge Text. Aus einem Rapsong könnte man gut und gerne ein halbes Dutzend Punksongs machen.” Aller Rap-Technik zum Trotz, was der gepiercte und tättowierte Kappenträger und der vollbärtige Seitenscheitel auf der Bühne zum Ausdruck bringen, muss man live gesehen haben. Routiniert, aber mit einer Freude bei der Sache, welche den Plattdeutschen Rap von BLOWM & Maddin noch weit bringen wird. Jetzt schon absoluter Kulttipp, den sich kein Konzertgänger entgehen lassen darf. Bisher gerockte Locations: Knust Hamburg, JZ Stellwerk Bad Zwischenahn, Kulturetage Oldenburg, VHS Emden, Adoro Blankenese, Uni Hamburg, Schulzentrum Wiesmoor, Exerzierhalle Oldenburg.

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