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R.R.
Beratung/Sprecher: L.D.
Bär Bruno ausgestopft im Museum „Mensch und Natur“
Warum werden Namen der Bruno-Jäger noch immer wie ein Staatsgeheimnis gehütet?
Die Tragödie um Bär Bruno nimmt kein Ende: Erst wurde Bruno mit großem Rummel in Bayern begrüßt, dann ließ die Staatsregierung den Bären erschießen und beeilte sich, den Bären an einem geheimen Ort auf Eis legen zu lassen. Ab dem 27. März wird Brunos Leiche nun in Museum »Mensch und Natur« ausgestellt. Doch bis heute gibt es viele, viele Fragezeichen: Wer hat den Bären Bruno erschossen? Warum wurden zwei Videobänder gestohlen, auf dem die Bruno-Töter zu sehen waren? Welche Rolle spielte Landtagsabgeordneter und Jägerpräsident Vocke? Und warum werden die Namen der Bruno-Töter bis heute wie ein Staatsgeheimnis gehütet? - Der Bär, ein international streng geschütztes Tier, bekam in Bayern keinen Schutz - aber seine Mörder!
Aufnahmen der Bruno-Jäger - Einbruch und Diebstahl von Beweismaterial
Zufällig filmte ein Münchner Filmemacher die Bruno-Jäger bei ihren Vorbereitungen zum Abschuss. Zweieinhalb Wochen später wurde unter mysteriösen Umständen in das Filmbüro eingebrochen. Das einzige, was fehlte, waren zwei Digitalkameras und die beiden Originalbänder der Aufnahmen mit der Aufschrift »Bärenjagd«. Kopien existierten keine. Da drängen sich doch geradezu Fragen auf wie: Wer hat die Filmaufnahmen gestohlen? Wer gab den Auftrag zu dem gezielten Diebstahl? Was durfte auf keinen Fall an die Öffentlichkeit gelangen? - Watergate lässt grüßen!
Welche Rolle spielte Jägerpräsident Vocke?
Interessant ist auch, wer im Hintergrund die Fäden zog. Besonders brisant ist hier die Frage: Welche Rolle spielte der bayerische Landtagsabgeordnete und Jägerpräsident Vocke beim Abschuss des Bären Bruno? Die Süddeutsche Zeitung schrieb am 3.11.2006 über die Klage von Rechtsanwalt Riechwald gegen den Abschuss: »Vor allem der Präsident des Landesjagdverbandes, Vocke, spiele in diesem Zusammenhang eine äußerst unrühmliche Rolle.«
Das sagte Jägerpräsident Vocke hinter verschlossenen Türen (am 20. Juni 2006 in der Expertenrunde Bär im Umweltministerium – Auszüge aus dem Protokoll): »Der Bär müsse daher mit allen geeigneten Mitteln aus der Natur entnommen werden... Es müsse daher auch der Abschuss ermöglicht werden. Des weiteren schlug er die Verwendung von besonders weit reichenden Waffen mit Nachtsichtzielgeräten... vor.« (...) »Herr Prof. Vocke... schlug nochmals vor, eine spezielle Gruppe von Jägern, bestehend aus Berufsjägern und Polizisten mit Jagdschein, mit der Aufgabe der Bärenverfolgung zu betrauen. Zudem verwies er darauf, dass die Jäger nicht gerne in den Medien als Bärentöter dargestellt werden möchten.«
Bruno – Ein Symbol für alle Tiere
»Bruno ist zum Symbol für den Umgang des Menschen auch mit anderen Tieren geworden: Rehe, Hasen und Wildschweinen werden millionenfach von Menschen getötet – aus `Lust am Töten´ und `Freude am Beutemachen´«, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. »Tiere haben - trotz Staatsziel `Tierschutz´ - nach wie vor keine Rechte, keine Lobby in unserem Staat.«
Rechteinhaber des Bärenbildes ist ©Gareis/Feldmann
Musik: Moby