21g (2010)

"Wenn die persönliche Identität auch nach dem Tod des Körpers weiterexistiert, muss sie als Körper existieren, der einen Raum einnimmt", schrieb der Arzt Dr. Duncan Mc Dougall am 13. März 1907 in einem Brief an seinen Kollegen Dr. James H. Hyslop. Ausgehend von dieser Annahme versuchte er in einer streng wissenschaftlichen Experimentalreihe die Masse der Seele durch das Messen des Gewichtsverlustes (Gewicht = Masse x Schwerebeschleunigung) von Menschen im Moment ihres Todes zu ermitteln. Als Leonardo da Vinci nach dem Ort der Seele durch sezieren eines menschlichen Gehirns 1515 suchte, galt dieses als Hexerei. Vielen gilt die Seele, die einem religiösen Glauben entspringt, als immateriell, während es heute Wissenschaftler gibt die die religiösen Empfindungen klar in bestimmten Arealen des Gehirn meinen ver-orten zu können. 

Betritt man den Raum der Installation so sieht man dem Eingang zugewandt auf einem 3m x 1,6m Video Screen in 50facher Vergrößerung einen Schmetterling auf den Fingern einer Hand. Den Griechen gilt der Schmetterling noch als Symbol für die Seele – er ist die Psyche. Den Christen ist er oder sein Flügel Zeichen der Auferstehung. In einen endlosen Loop gelegt, der ohne Schnitt einer 53min Videoaufnahme entnommen ist, sieht man wie ein Tagpfauenauge (Inachis Io) immer wieder zu flattern beginnt um letztendlich anstatt weg zu fliegen aus dem Bild zu fallen – der digital in HD-Auflösung gefilmte Tod eines Schmetterlings. Der Raum ist erfüllt von anschwellenden Pulsen, Brummen, Sirren und feinsten Knacksen: Auf der anderen Seite der frei hängenden Projektionsfläche sieht man mich von oben 3D im cinematographischen rot/blau-Verfahren stereoskopisch  videoüberwacht, wie ich mit der linken Hand mit einem Sensor in meinen Brustkorb hineinhöre, während ich mit der rechten Hand das elektromagnetische Feld zwischen mir und meinem Rechner durchmesse. Die Visualisierung der Wellen im FFA sowie Sonogramm auf dem Monitor überwache ich optisch sowie akustisch über einen Kopfhörer. Die Maus, der LCD-Monitor und die Festplatten surren hochtönig. Die Netzteile senden den 60Hz Brummton, der meinen Herzschlag beschleunigt: Als ich 2006 diese Komposition live performte und somit den Schall in den Raum hinein laut verstärkte, koppelte das Netzbrummen über meinen Brustkorp als Resonator so zurück, dass ich live auf der Bühne Herzrythmusstörungen bekam und die Konzertperformance abbrechen mußte. Man sieht, spürt körperlich und hört den Spieler seinen Herzschlag in Wechselwirkung mit dem Feld seines Haupt-Abeits-Instruments performen im endlosen medialen Loop. John Cage setzte ab den frühen 50er Jahren immer wieder Radiogeräte / Empfänger in live-Performaces ein, um einerseits den Zufall und die Ferne hinein zu holen und andererseits eben dieses Im-Moment-Sein medial zu verdeutlichen. Dabei interessierten ihn vor Allem die Geräusche zwischen den fixen Frequenzen der verschiedenen Radiosender. Dieses ist digital nicht mehr möglich. Aber zwischen den menschlichen Artefakten der radialen Sendungen senden sich die Knackser und Pfeifer der elektromagnetischen Sonnenwinde und Gewitterentladungen vor dem atmosphärischen Hintergrundrauschen. Diese Signale werden über spezielle Hochtonsysteme direkt aus den Datenströmen der NASA und ESA-Laboratorien in den Ausstellungsraum als zweite akustische Echtzeit-live-Ebene gemixt. Eine verkürzte und zudem falsche Übertragung aus den Kausal-Theorien der frühen Chaosforschung lässt den Flügelschlag des Schmetterlings heute im kollektiven Bewusstsein einen Orkan am anderen Ende unseres Globus auslösen und auch der Äther als Substanz der Seele ist dem im digitalen Zeitalter weiterführenden Glaubensmodell der Quanten gewichen.

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Gallery for changing exhibitions and 2 fully furnished and equipped apartments (each approx. 1000 square feet) where artworks are exhibited in space, on the walls, via loudspeakers and electronic screens.

MIM&MORE´s focus are not the young and emerging artists but artistic quality in content and form. All artists connected to MIM&MORE emphasize media in in a broader sense.Operating


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Gallery for changing exhibitions and 2 fully furnished and equipped apartments (each approx. 1000 square feet) where artworks are exhibited in space, on the walls, via loudspeakers and electronic screens.

MIM&MORE´s focus are not the young and emerging artists but artistic quality in content and form. All artists connected to MIM&MORE emphasize media in in a broader sense.Operating from Berlin and Zagreb MIM&MORE is fostering the artistic exchange between both cities.In the following years a series of exhibitions under the name Z.B. (german for „zum Beispiel“, english „for example“) will round up the gallery profile.

Furthermore MIM&MORE will open an online art gallery and a net-based videochannel for artistic use of the techniques of the moving image.

Extraordinary works by selected artists from around the world / œuvres extraordinaires par les artistes sélectionnés à travers le monde / aussergewöhnliche Arbeiten von ausgewählten Künstlern aus der ganzen Welt

IIn its inaugural exhibition on the 16th of December 2011 MIM&MORE exhibited works by artists from all continents (except Antarctica) plus a glimpse from the collection of mediainmotion.de. One in content and form polylogical amazement is guaranteed. It follows exchibition extension opening on the 20th of January 2012, which will last as long as the apartment is not rented.

Collection: Marc Adrian, Fukio Akai, Anna Anders, Siri Austeen, Jovan Balov, Max Bill, Piet-Jan Blauw, Rafael Bogarin, Djanino Bozic, Tomislav Brajnovic, Heike Buchfelder,Noam Braslavsky, Iwona Borkowska, Ulu Braun, Nino Cannistraci, Barbara Caveng, George Chemeche, Costantino Ciervo, Cécile Colle}{Ralf Nuhn, Roberto Colombo, Fabienne Costa, Heiko Daxl, Young Timothy Dempsey, Juraj Dobrovic, Dunja Donassy, Sirma Doruk, Juliane Duda, Bogomir Ecker, Björn Edsberg, Georg Alexander Eisenhut, Ray Elman, Annette Erlenwein, Ennio Finzi, Torsten Fleisch, Alen Floricic, Hanna Frenzel, Hans Friedrich, Monika Funke, Winfred Gaul, Rupprecht Geiger, Giulia Gianola, Hans Jörg Glattfelder, Hermann Goepfert, Michael Gorban, Gerhardt von Graevenitz, Jari Haanperä, Akiko Hada, Nigel Hall, John Halpern, Hans Hartung, Hazy Dazy, Bernhard Heiliger, Hajo Heinecke, Terhi Heino, James Higginson, Sibylle Hoessler, Joanna Hoffmann, Alexius Huber, Robert Indiana, Eugène Ionesco, Maru Ituarte, Urs Jaeggi, LB Jeffries, Franz John, Vasilije Jordan, Dieter Jung, Kain Karawahn, Timo Kahlen, Peter Kees, Zlatko Keser, William Kentridge, Susanne Kienbaum, Fritz Köthe, Nicholas Krushenick, Betina Kuntzsch, Edmund Kuppel, Nina Kurtela, Jawek Kwakmann, Ilka Lauchstädt, Malcolm Le Grice, Kaspar-Thomas Lenk, Jürgen Lit-Fischer, Martin Lodewijk, Wolfgang Lösche, Gretta Louw, Antal Lux, Thilo Maatsch, Mia Makela, Zahra Mani, Dalibor Martinis, Volker März, Dora Maurer, Oscar Maxera, Jung Me, Walter Menne, Uwe Mersch, Simona Minitti, Paolo Minoli, Axel Möckel, Tilopa Monk, Pedro Moreira, Philippe Morrison, Tom Mosley, Mona Mur & En Esch, Joep Neefjes, Maria Niro, Karel Novosad, Dennis Oppenhein, Mario Palli, Rotraut Pape, Georg Karl Pfahler, Otto Piene, Jochen Piepmeyer, Mary Rumble Pitjara, Ulrich Polster, Ivan Picelj, Lothar Quinte, Nika Radic, Rivka Rinn, Don Ritter, Steve Roach, Christa G. Rudloff, Mields Rune, Ilse Ruppert, Andreas Sachsenmaier, Naruaki Sasaki, Michael Saup, Lisa Schmitz, Marek Schowanek, Ira Schneider, Konstantin Schneider, Fritz Schweiger, Candas Sisman, Goran Skofic, Brian Reffin Smith, Jan Peter E.R. Sonntag, Markus Soukup, Wolfgang Spahn, Henry Stag, Christian Stähler, Christoph Staude, Maren Strack, Michaela Strumberger, Karen Stuke, Janos Szirtes, Yukihiro Taguchi, Nik Teplov, Signe Theill, Mark Tobey, Tobias Trutwin, Günther Uecker, Max Uhlig, Timm Ulrichs, Branka Uzur, Francois Vautier, Lucyna Viale, Mirjana Vodopija, Peter Weibel, Ute Weissleder, Theodor Werner, Fadil Vejzovic, Andre Werner, Monika Weiss, Oskar Wiggli, Ludwig Wilding, Mia Zabelka, Tina Zimmermann

In both apartments, which are to rent, not only the artworks could be purchased, but also the furniture and lamps of designers like Alexander Begge, Harry Bertoia, Charles Eames, Georg Alexander Eisenhut, Arne Jacobsen,Verner Panton, Ferdinand Porsche, Dieter Rams, Eero Saarinen, Philippe Starck, and others. The pieces were manufactured by Artek, Bang & Olufsen, Rolf Benz, Bose, Braun, Casala, Cor, Pluma Cubic, deSede, Gio-Gestaltung, Grundig, Interlübke, Knoll, Leolux, Musterring, Philipps, Louis Poulsen,Vitra, Wilkhahn, Zanotta and others. All pieces are originals from 50ies, 60ies, 70ies, 80ies and 90ties.

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