Werner von Schmausengarten
WERNER VON SCHMAUSENGARTEN
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts heiratete dann die damals blutjunge Henriette von Schmausengarten den einzigen Sohn aus einer berühmten Ketchup - Dynastie.
Sie reisten mit dem Luftschiff zu den wilden zwanziger Jahren in Berlin und Henriettes Gemahl verfiel dem Kokain und einem wirren Wunsch, das Champagner Monopol zu besitzen.
Schnell machte er die Bekanntschaft eines gewissen Göring, der seine Vorlieben für Champagner und Kokain sehr teilte. Von “Freund Herrmann” lies er sich dazu überreden, sein Vermögen für die aufstrebende Nazi-Partei von Adolf Hitler zu stiften, um den Frankreichfeldzug zu finanzieren. Das Champgner Monopol war nur sehr kurz in seinem Besitz, den Rest der Geschichte kennt man ja.
Henriette, liberal, weltoffen und auf der Suche nach Biergartenpotential, kam über spanische Widerstandskämpfer nach Mallorca und erfand die Strandbar.
Nachdem Coco Chanel und Pablo Picasso auf die emanzipierte Frau aufmerksam geworden waren halfen sie ihr, die Cote D’Azur als grossen, schicken, teuren Biergarten zu etablieren.
Als sie es sich endlich leisten konnte, Ende der 50er jahre, reiste sie nach Nürnberg, die Heimat der alten Familie.
Dort traf sie meinen Vater. Er war Barmann bei der US Army, stammte aus Hawaii und kannte sich sehr schnell richtig prima aus mit Strandbars.
Sie pendelten in den Folgejahren zwischen Nürnberg, Hawaii, Palau der Cote D’Azur und Mallorca.
Ich erblickte in Nürnberg das Licht der Welt. Die wilden Sechziger hatten gerade begonnen und meine Eltern waren ihrer Zeit mal wieder vorraus, allen voran meine Mutter. Sie verbrachten mich umgehend nach Palau, einer kleinen Insel mitten im Südpazifik, zu entfernten Verwandten meines Vaters.
Der dortige Medizinmann und auch der Häuptling erkannten sehr schnell, dass ich der nächste Wächter des Dodos sein sollte und so erzogen sie mich im Glauben und mit dem Verständnis des Dodos.
Fräulein Sophie von Schmausengarten, eine entfernte Cousine mütterlicherseits aus der Nürnberger Familie, die ihrerseits einen Neffen meines Vaters auf Palau verführt hatte, brachte mir Fränkisch, Hochdeutsch und überhaupt Alles über Nürnberg und Europa bei. Einmal im Jahr kam sie für vier Wochen und wir lebten in einem richtigen Haus!
So hatte ich die beste Schule, die ein Mensch überhaupt besuchen kann.
Als mir der Dodo dann das erste Mal erschien, da war ich trotz aller Vorbereitung erstmal so richtig baff.
Angst habe ich immer noch sehr um das Ei, es ist ja roh!
Aber inzwischen verstehen wir uns sehr sehr gut und ich möchte den Dodo nie mehr missen.
Während langjähriger gemeinsamer Aufenthalte bei Verwandten und Freunden im Südwesten der USA, Frankreich, Ägypten, Kaschmir, Ladakh, Australien, Neuseeland, Nürnberg und Berlin bin ich jetzt hier. Und ich tue, was ich kann um das Erbe und die Wünsche des Dodos erfüllen zu helfen! Dazu gehören gute Musik, gute Hörspiele und gute Filme.
Gute Unterhaltung wünscht dabei
Hochachtungsvoll, Ihr
Werner von Schmausengarten
Beep Beep! ( Road Runner, 1949 (Fast and Furry-ous) )
Seit 14 Uhr 30 wird erbarmungslos zurück gelacht! ( Werner von Schmausengarten, 14:30 )
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