Projection Mapping

ZEITENLICHTER / TIME LIGHTS
Festung Rosenberg in Kronach (Oberfranken)

Video-Licht-Sound Installation von PHILIPP GEIST

„Kronach Leuchtet“ Lichtfestival

Dienstag 20. und Mittwoch 21. JULI 2010
von 21 bis 24 Uhr

Anlässlich des Lichtfestivals „Kronach Leuchtet“ in Oberfranken zeigt der Berliner Künstler Philipp Geist (1976) die Videoinstallation „ZEITENLICHTER / TIME LIGHTS“ an der barocken Festung Rosenberg. In seiner Arbeit interpretiert Geist die Themen Zeit und Raum. Dabei verzichtet der Künstler auf den Einsatz von Leinwänden und projiziert direkt auf die Mauern des ältesten Bauwerks der Festung, den “Bergfried” aus dem 13. Jahrhundert. Ebenso projiziert Geist auf weitere Teile des Innenhofs der Festung und auf Nebel. Die Verbindung zwischen der festen, greifbaren Wand und der transparenten, flüchtigen Projektionsfläche des Nebels verweist auf das Zusammenspiel zwischen historischen Relikten und unserer Vorstellung vom damaligen Leben. Die ziehenden Nebelschwaden stehen als Metapher für die Flüchtigkeit der Zeit und ihre Vergänglichkeit. Gleichzeitig ist Geschichte erlebbar, indem man die alten Zeiten anhand der steinernen Bauten vor seinem geistigen Auge wieder auferstehen lässt. Das Phänomen Zeit wird aber auch durch das projizierte Bild selbst beschrieben: Abstrakte Passagen, die sich aufbauen, überlagern und gegenseitig verdrängen, symbolisieren die ständigen Veränderungen im Lauf der Zeit und ihre Konstanten: das Entstehen und Vergehen. Verschiedene Bilder bleiben kurzfristig gleichzeitig stehen und bilden ein fragmentarisches Ganzes. Die Arbeit tritt so in einen Dialog mit dem Ort, denn auch die Festung Rosenberg wurde durch verschiedene Epochen hindurch ständig erweitert, und gerade der Rosenturm als Mittelpunkt der Festung änderte seine Gestalt mehrere Male. Der Dialog findet aber auch mit den Menschen statt, die in den Innenhof der Festung Rosenberg ein- und ausgehen: An der Schwelle zwischen Außen und Innen wird der Besucher selbst Teil des projizierten Bildes.

Philipp Geist entwickelte ebenso eine Licht- und Audio-Installation für die unterirdischen Festungsgänge, die nur selten zugänglich sind. Hier entsteht ein Zeittunnel, der von einer Seite aus begehbar ist. Die Besucher steigen hinab und verlieren die Orientierung, die durch Zeit und Raum vorgegeben ist. Die dunklen Gänge versetzen einen Jahrhunderte zurück, und man weiß nicht, wo in den Tiefen der Festung man sich befindet und an welcher Stelle man auftauchen wird. Zusätzlich verwirrt werden die Besucher der Installation durch Stimmen, die die Gänge mit Begriffen und Zitaten zum Thema Zeit füllen.

Philipp Geist arbeitet international als Licht- und Multimediakünstler. Im Dezember 2009 bespielte Geist über einen Zeitraum von neun Tagen den königlichen Thron in Bangkok mit einer Video-Mapping-Installation anlässlich des 82. Geburtstags des thailändischen Königs Bhumibol Adulyadej. Die Installation wurde von 2,5 Millionen Besuchern vor Ort gesehen. Im Juni 2010 zeigte er im Rahmen des internationalen Medien-Festivals Mutek die Außen-Installation ,Time Drifts‘ am Place des Arts im Zentrum von Montreal. Im Januar 2008 entwickelte Geist für die Piazzetta am Kulturforum in Berlin die Lichtinstallation 'Time Fades'. Im September 2007 bespielte er das zeitgenössische Kunstmuseum 'Palazzo delle Esposizioni' im Zentrum von Rom mit der Video-Mapping-Installation 'Time Lines'. Im Dezember 2005 realisierte er das Fassaden-Projekt 'Winterzauber' in Zürich. Im Februar 2006 eröffnete er im Kontext der Ausstellung 'Melancholie, Genie und Wahnsinn' den Salon Noir in der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Gemeinsam mit dem Sinfonieorchester OBC Barcelona und der finnischen Soundformation Pan Sonic eröffnete Geist 2004 das Sonar Festival im Auditorium Barcelona. Geists Projekte sind in erster Linie gekennzeichnet durch ihre Komplexität in der Integration von Raum, Ton und Bewegbild.
p-geist.de | videogeist.de

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