The Making Of
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The Making Of
Love Lost
Der Ruhrpott ist heutzutage nicht mehr das, was er mal war und hat die meisten seiner Wahrzeichen verloren. Immer noch wird guter Fußball gespielt, aber längst ist der Kohlenstaub weggewischt und die traditionsreichen Brauereien sind an Tiefkühlpizza-Giganten verkauft. Trotzdem ist es ein wunderbar vollgestopfter, lauter und dreckiger Ort und damit fruchtbarer Nährboden für Rockbands. Wie The Making Of aus Dortmund.
Die spielen schon seit 2009 dunkel schimmernde Popmusik zwischen bittersüßem New Wave und cleverem Indierock. Wie so viele Bands vor ihnen entstanden sie auf den Trümmern ihrer eigenen Jugend, sozialisierten sich gegenseitig musikalisch mit der Popmusik der letzten 50 Jahre und wuchsen gemeinsam an den typischen Leiden junger Erwachsener: Fernweh, Herzschmerz, Endzeit- und Aufbruchsstimmung. Und verarbeiteten alles in drängelnden Liedern voller Melodien, die hängen bleiben.
Love Lost, die neue EP der vier, vereint fünf dieser Songs. Knapp 18 Minuten Musik, die die Band auf den Punkt bringen, wie nichts zu vor.
Nicht ganz unschuldig daran ist neben den vier Anfang-Zwanzigern ein Mann namens Dennis Scheider. Der ehemalige Gitarrist der deutschen Punkrock-Arbeitstiere Muff Potter hatte zuletzt ein Händchen für Stil und Zeitgeist, erarbeitete er doch Alben wie Lightmares von Beat! Beat! Beat! und Black Musik von Ghost Of Tom Joad. Und auch mit The Making Of trug seine Arbeit im Frühjahr des Jahres prächtige Früchte: dringliche Songs, eingängig, doch unberechenbar, tanzbar, doch anschmiegsam.
In etwa, als würden The National einen Killers-Song covern. Und doch ganz The Making Of.
The Making Of:
Maurice Margraf – Gesang, Gitarre
Marcel Wojcik – Keyboards
Hauke Hackstein – Schlagzeug
Julian Loewe – Bass