Geisteswissenschaft im Dialog -  Künstlerkult, Starkult – Phänomen oder kalkulierte Strategie?

Geisteswissenschaft im Dialog - Künstlerkult, Starkult – Phänomen oder kalkulierte Strategie?

Max Weber Stiftung

Berühmte Künstler und ihre Mythen gehören untrennbar zusammen. Ihr Leben selbst wird zu einer Art Kunstwerk, je mehr Geschichten und Anekdoten sich um das Rätsel ihrer Kreativität ranken. Michelangelo war einer der ersten, der seine eigene Außenwirkung aktiv mitgestaltete. Er ließ seinen Schüler, Ascanio Condivi, eine Gegenbiographie zu der bereits erschienenen von Giorgio Vasari schreiben. Der Usus, die eigene Person zu stilisieren, ist seitdem eine besondere Eigenschaft des künstlerischen Metiers geblieben, der die heutige Mediengesellschaft immer neue Präsentationsmöglichkeiten bietet.

Die Spekulationen um das Leben von Kunstschaffenden regen zur Diskussion an. Sie werden öffentlich kritisiert oder gelobt, sie polarisieren. „Labels“ wie „der Teufelsgeiger“ für Paganini oder die Anekdoten über Francisco de Goya erzählen von besonderen Charakteren, die das Publikum in einer Grauzone zwischen Inspiration und Wahn verortet.

Welcher Strategien bedienen sich Künstlerinnen und Künstler, um die eigene Popularität zu steigern? Ist es zu kurz gegriffen, den Wunsch nach Bekanntheit und Anerkennung im Zusammenhang mit einer Wertsteigerung der eigenen Kunst zu sehen? Schließlich sind heute Autoren, die Presse, Kunstsammler und Wissenschaftler am Kult des Künstlers beteiligt und profitieren von ihm. Sie sind in der Lage, Stars und Sternchen zu kreieren. Nützt es einem Künstler überhaupt, Zentrum eines solchen Kultes zu sein oder büßt er nicht eigentlich seine persönliche Freiheit ein und wird gezwungen, eine Rolle zu spielen, die den Erwartungen des Feuilletons genügt? Oder ist es etwa gerade der kluge Umgang mit der Öffentlichkeit, der den Künstler zum Star macht? Gibt es hierfür vielleicht sogar Grundsätze, die man erlernen kann? Was macht also einen Michelangelo zu einem Michelangelo und einen Lagerfeld zu einem Lagerfeld?

Es diskutieren mit Ihnen:

Prof. Dr. Beatrice von Bismarck

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Prof. Dr. Thomas Kirchner

Deutsches Forum für Kunstgeschichte der Max Weber Stiftung

Prof. Dr. h. c. Markus Lüpertz

Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste

Prof. Dr. Barbara Vinken

Ludwig-Maximilians-Universität München

Moderation: Markus Brock

Die Veranstaltung wird in Kooperation von Geisteswissenschaft im Dialog (GiD) und der Bundeskunsthalle durchgeführt. GiD ist eine Veranstaltungsreihe der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Max Weber Stiftung – Deustche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland. Schirmherrin von GiD ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka.

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