Ein Film von Monika Treut
DE 1999, 86 Minuten
Ort: San Francisco. Zeit: Ende des zweiten Jahrtausends. Das Experiment: Cyborgs, die zwischen den Geschlechtern leben. Transgender, irgendwo zwischen männlich und weiblich, möglich gemacht durch Biochemie. Biologische Frauen spritzen das männliche Sexualhormon Testosteron, das Hormon des Hodens (testes), um den Körper und die Psyche zu vermännlichen. Die Körper werden hormonell transformiert, um etwas Neues zu erzeugen: jenseits von Mann oder Frau. Auf die Frage: „Sind Sie ein Mann oder eine Frau?“ antworten Gendernauten: „Ja“. Sie sind Geschlechter-Nomaden, die sich sexuell nicht mehr eindeutig festlegen lassen. Geschlechtliche Identität wird aufgelöst. Während Transvestiten oder Crossdresser sich nur mit den Zeichen des „anderen“ Geschlechts maskieren, geht es bei den Gendernauten um die sexuelle Substanz, der biologische Körper wird zum Objekt der Überschreitung. San Francisco in der Bay Area in Kalifornien ist nicht nur Schaltzentrale des Cyberspace, sondern auch Zentrum der Transgender-Kultur. Dort gibt es die einzige Klinik der Welt, die kostenlos Sexualhormone und medizinische Versorgung für Transgender-Experimente bereitstellt. Wie die Kosmonauten durchs Weltall streifen und die Cybernauten durch die digitale Netzkultur, so kreuzen die Gendernauten durch die vielfältigen Welten der Sexualität.