Im Schneeland Etchigo – und ganz besonders in der Gegend von Uonuma – liegt der Schnee oft viele Meter hoch und bedeckt Landschaft und Dörfer bis in den Mai hinein. Hier, wo man mit und unter dem Schnee lebt, haben die Menschen ganz eigene Formen des Alltags, der Feste und religiösen Rituale entwickelt. Die Kinder bauen sich Schneeschlösser, in die sie kleine Matten legen, kochen und singen. Im Frühjahr sägen die Bauern den hart gewordenen Schnee in Blöcke, um sie von den Feldern zu schleppen, damit wieder Reis oder Gemüse angebaut werden kann. Die im Schnee eingeschlossenen Frauen stellen gemusterten, gesprenkelten, karierten, weißen oder marineblauen Krepp her. Verkaufsstände, Wege, unterirdische Verbindungsgänge zwischen den Häusern, Tempel und Opferstätten werden aus Schnee gebaut; ja selbst Theater mit Bühne, Blumensteg und Zuschauertribüne. Das Kabuki Stück „Terakoya“ (die Dorfschule) von Takeda Izumo wird dort aufgeführt. Die Schauspieler, enthusiastische Laien aus dem Dorf, haben zwei Kabuki Darsteller eingeladen, um ihrer Vorführung mehr Glanz zu verleihen. Die dramatische Handlung, die Opferung des eigenen Sohnes um das Leben des Herrn zu retten, wird mit der Wirklichkeit des Schneelandes, seiner Naturschönheiten, Poesie, aber auch den Härten der Lebensbedingungen verbunden.

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