Den ersten Lehrausgang in der dritten Klasse führte ich bereits am Ende der ersten Schulwoche durch. Er führte uns zum Waldlehrpfad in Bad Vöslau, auf dem man viel Wissenswertes über Natur und Wald erfährt. Wir durchwanderten ihn vollständig.
Zu Beginn der Begehung des Waldlehrpfades durfte im Kurpark jedes Kind "seinen" Baum - eine Schwarzföhre - suchen und umarmen, was nicht immer auf Anhieb gelang. "Dein Baum ist es nämlich erst, wenn es dir gelingt, bei der Umarmung deine eigenen Hände zu berühren!"
Dann begann der eigentliche Wanderung: Jedes Kind wählte einen "betupften" Baum, einen Busch oder eine Blume, schrieb den Namen ab und sammelte einige Blätter.
Interessant war das Lesen bzw. laute Vorlesen der Texte der Lehrtafeln und anderer Beschreibungen, von denen es am Wege genügend zu sehen gibt.
Ich erklärte den Kindern, dass der charakteristischste Baum unserer Gegend die Schwarzföhre (Schwarzkiefer) ist, die vor etlichen Jahrzehnten wegen ihres Harzreichtums Berühmtheit erlangte. Wir betrachteten die alten, verwundeten Bäume, und ich erzählte ein wenig aus dem beschwerlichen Leben des Pechers:
"Der Pecher war Wind und Wetter schutzlos ausgesetzt, schleppte Werkzeug und Gerät auf seinem einsamen Weg durch den Wald mit, und auf selbstgefertigten Leitern stieg er im Lauf des langen Tages unzählige Male hinauf und hinunter. Von der wunderbaren Natur sah er nicht viel, denn nicht die langen Arbeitsstunden wurden bezahlt, sondern die Menge des "Rinn- und Scherpechs", das er ablieferte und für die es einen sehr kargen Lohn gab. Er musste fleißig sein, der Pecher, er hatte kaum Zeit, die Natur zu beobachten."

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