VORTEX - 24 HRS BERLIN

ein aleatorisch-interaktives Video/Musikprojekt
Berlin, Staatsratsgebäude

Deutschland / Germany 1996, Installation
24-Kanal Video, Interaktives Navigationselement, Rückprojektion
24-Channel Video, Interactive Recombination Device, Back-projection
auch als CD-Rom (Mac) und als Linear-Video (65:00)
also as CD-Rom (Mac) and Video (65.00)

Idee / Idea: Heiko Daxl
Organisation: Heiko Daxl, Gerd Rische, Veit-Lup
Musik / Music: Lutz Glandien, Erhard Grosskopf, Günther Heinz, Georg Katzer, Bert Wrede, Helmut Zapf
Video: Heiko Daxl/Ingeborg Fülepp, Hartmut Jahn, Antal Lux, Maria Vedder, Veit-Lup, Angela Zumpe

für sonambiente - festival für hören und sehen
im Rahmen der 300-Jahrfeier der Akademie der Künste Berlin
for sonambiente - Festival for eyes and ears
in the frame of the 300-years-anniversary of Akademie der Künste Berlin

Produktion: VideoKunstMultiMedia Berlin e.V. und Studio für elektro-akustische Musik/Akademie der Künste.

„Was nennt man beobachten?
Ungefähr dies: Sich in die günstige Lage zu versetzen, gewisse Eindrücke zu empfangen,
mit der Absicht etwa sie zu beschreiben.”
(Ludwig Wittgenstein)

Wechselnde Aspekte in einem imaginären Tagesablauf. Die Stadt setzt sich aus dem Blick auf die verschiedenen Teile zusammen.
Zeit- und Aspektwechsel als Annäherung an topographische Ausschnitte der Stadt Berlin.
Eine Spirale von der Peripherie zum Zentrum und vom Zentrum zur Peripherie. Die Ränder bewegen sich ins Zentrum, das Zentrum driftet zum Rand. Das Zentrum wird durch die Peripherie, die Peripherie durch das Zentrum definiert. So durchdringen sich letztendlich beide und Klänge des Zentrums stehen zu Bildern der Peripherie in Verbindung, Musik der Peripherie erhallt in den Bildern des Zentrums. Über den Stadtplan wird ein Raster gelegt, welches 24 Segmente definiert. Aus jedem Segment werden einzelne Orte ausgewählt, die mit Video und Ton dargestellt werden. Jedem Ort wird die selbe Zeitlänge (2,5 min.) sowohl für die Videosequenzen als auch für die musikalische Kompositionen zugeordnet. Kein Ort und keine Zeit werden so bevorzugt, nur weil sie spektakulärer oder interessanter erscheinen könnten als andere.

Das Projekt will keine vollständige Darstellung,, sondern eher Konturen aufzeigen;
Einblicke, Beobachtungen, Hinhören und Interventionen sollen Stimmungen und Vielfältigkeit
der ausgewählten Orte als ein fragmentarisches Nebeneinander übermitteln.
Die Musik und der Ton sind in ähnlicher Weise behandelt worden,
auch hier werden Motive an wechselnden Orten wieder aufgenommen. Ergebnis sind eigenständige Kompositionen und Videotapes, die die ausgewählten Orte als visuell-akustische Collage porträtieren.

In der Installation, die auf dem beschriebenen Stadt-Raster-Plan basiert, sind alle Orte/Zeiten,
alle Bilder/Kompositionen an den markierten Stellen des Rasterplans gleichzeitig gegenwärtig.
Multiple Affinitäten können durch den Benutzer über ein Interface erfahrbar gemacht werden, über eine computergeführte Steuerung an, die das aleatorische Prinzip des Würfelns aufnimmt, da so eine nicht vorherbestimmbare Auswahl in der Rekombination von Bild und Ton gewährleistet ist und sich so neue Sinn/Erlebnisbezüge ergeben können.
So ist die Erfahrung, das Gehen von Bild und Ton der Stadt für den Benutzer Herausforderung und Kreation zugleich.

“Es geht nicht von A nach B, sondern dreht sich in Schleifen, in Spiralen.
Es kommt eigentlich darauf an, Bild-Ton- oder Ton-Ton- oder Bild-Bild-Beziehungen herzustellen,
die assoziativ und in der Aussagenlogik nicht vorher formulierbar sind” (Harun Farocki).
Es wird so eine Montage möglich, die vom Auge zum Ohr und wieder zurück verläuft. Ton- und Bildfolgen kollidieren, harmonieren.
“1+1=3” (Eisenstein).
An den Nahtstellen ensteht durch Zufall oder bewußten Eingriff des Rezipienten etwas Drittes, etwas Neues.

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