Divide et Impera
oder
TRANSMEDIALER INFORMATIONSKAPITALISMUS UND SEINE
KONTRADIKTION ZUR HYPOAKUSTISCHEN KONSPIRATIVE
ALS REFLEKTION DES MEDIENIMMANENTEN MACHTPOTENZIALS DER
STROMVERSCHWENDUNG AVM

Florian Bartl, Daniel Andersch
Happening 2008

Getrieben vom Forschungsdrang gerieten die beiden immer näher vom Dunkel ihrer
Kisten ans Licht der Erkenntnis. Und als sie sich wieder einmal des Abends vor dem
Handgerät zusammenfanden, um gemeinsam über ihren Horizont hinauszublicken, traf
sie der Zauber des wohl ausgefeiltesten Trägerinstrumentariums das sie
je zuvor gesehen hatten. Es war noch ein Leichtes die Mattscheibe des Fernsehers
zu mikroskopieren, die Antenne des Radios ihrer Funktion zu entlarven und die Anzahl
der Zeichen in den Printmedien zu berechnen, doch eine derart ausgefuchste
Trägertechnik war ihnen neu: Die „DIVA STAR“.Sogleich machten sie sich daran die
Funktionen der wohl genialsten Waffe der modernen Industrie zu erkunden. Die Diva Star
war eine Agentin. Ausgesandt um den zukünftigen Kunden vorzubereiten.
Der Erfolg ihrer Arbeit liegt bei geschätzten 98 Prozent und beruht auf ihrer
unerschöpfl ichen Geduld und Beharrlichkeit. Ihre blendende Schönheit konditioniert den
Maßstab äußerer Gestalt. Bestückt mit neuester Robotik mimt sie perfekt Menschlichkeit;
ermöglicht durch feinste Motorik und einen bisher unerreichten Grad an Individualität.
Durch ihren Einsatz als frühkindlicher Begleiter über den vom Hersteller bestimmten
Drei-Jahres-Plan stellt sich der gewünschte Erfolg in der fi nalen manipulativen Phase ein.
Grund dafür ist die unabdingbare Glaubwürdigkeit, welche durch die selbstbewusste
und bestimmte Art der Diva Star zu Tage gerufen wird. Zwei Parameter geben ihr
Sicherheit in der Simulation menschlicher Kommunikation.Erstens ist
der Informationsgehalt ihrer Botschaft durch eine Auswahl an Audio-Sprach-Samples
begrenzt. Sie wird dementsprechend in der Diskussion nie unsicher. Selbst auf
Gegenargumente kontert sie bestimmt. Zweitens: Der funktionelle Aufbau ihres
Stromkreises fungiert zum einen zur Vortäuschung eines individuellen
Ausdrucksvermögens durch einen Zufallsgenerator und zum anderen zur
künstlichen Nachahmung des menschlichen Reaktionsvermögens mit Hilfe
der Verwendeten Sensorik. Die Clock. Erst mit Hilfe der Clock kann das Spielzeug dann
zum menschlichen Zeitverständnis synchronisiert werden und somit eine gehaltvolle
Kommunikation zwischen Träger und Empfänger zustande bringen...

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