sirene Operntheater in der Wiener Kammeroper
SOMA. Hospitaltrilogie Teil 3
Text. Kristine Tornquist
Musik. Christof Dienz
Wiener Kammeroper, 25. November 2016 (UA)
Die ersten Patienten dieses Tages in der Notfallsambulanz sind das Paar Maria und Josef Winter. Eine Dame drängt sich vor. Die Aufzählung ihrer Symptome lässt den Oberarzt sofort eine Hypochonderin erkennen, er übergibt sie zur Behandlung an den unerfahrenen und überforderten Turnusarzt. Die ehrgeizige Kollegin Dr. Bandura redet ihm ein, eine teure Computertomographie der Patientin zu machen - denn die Forscherin braucht diese Aufnahmen für ihre Studie. Sie nützt die Gelegenheit und legt sich selbst und einen dritten Patienten in die Röhre. Auf dem CT-Bild ist ein Tumor zu sehen, die anderen zeigen unauffällige, gesunde Gehirne. Im Gegensatz zum Turnusarzt, der sich fürchtet, die schlechte Nachricht zu überbringen, ist die Forscherin entzückt, denn es scheint sich genau um den Tumor zu handeln, den sie erforscht. Sie übernimmt die unangenehme Aufgabe, der Patientin das Todesurteil zu überbringen. Kaffeepause. Die Ärzte schimpfen über die Patienten. Im Warteraum schimpfen die Patienten über die Ärzte, die sich nicht genug Zeit nehmen. Nach der Pause muss der Ehemann der leidenden Patientin eingestehen, dass seine Frau nicht versichert ist. Triumphierend verweist die Schwester ihn wieder auf den Warteplatz. Bei der Vorbereitung zur Überweisung für die Tumorpatientin entdeckt der Turnusarzt den Fehler: die beiden CT-Bilder der Patientin und seiner Kollegin sind vertauscht - der Tumor ist im Kopf der Ärztin, nicht der Patientin. Der nächste Patient wird ins Untersuchungszimmer hereingerufen - doch keiner kommt. Im Wartezimmer hat inzwischen Frau Winter unter tatkräftiger Hilfe anderer Notfallpatienten ihr Kind geboren. Weder Leben noch Tod lassen sich aufhalten.
Dr. Bandura, Ärztin. Romana Amerling
Dr. Kross, Oberarzt. Markus Miesenberger
Angelika, Oberschwester. Maida Karisik
Maria. Anna Clare Hauf
Josef. Nicholas Spanos
Panek. Astghik Khanamiryan
Harry Sargnagl / Asseryani. Clemens Kölbl
Adler. Johann Leutgeb
Maschinistin. Selina Nowak
Querflöten. Claudia Schiske
Klarinetten. Thomas Schön
Violine. Joanna Lewis / Diane Pascal
Violoncello. Irene Frank
Kontrabass. Alexandra Dienz
Saxophone. Florian Fennes
Trompete. Gottfried Gindlhumer
Tuba. Friedrich Gindlhumer
E-Bass. Manuel Mayr
Klavier. Benjamin McQuade
Schlagwerk 1. Elisabeth Flunger
Schlagwerk 2. Adina Radu
Musikalische Leitung. Francois-Pierre Descamps
Regie und Bühne. Kristine Tornquist
Bühnenassistenz. Armin Bardel. Cornelius Burkert
Requisite. Jakob Scheid. Teresa Holzer
Kostüm. Markus Kuscher
Korrepetition und Studienleitung.
Petra Giacalone. Benjamin McQuade
Maske. Anna Dreo. Klara Leschanz
Licht/Technik. Edgar Aichinger
Dramaturgie. Isabelle Gustorff
Assistenz Regie, Technik und Inspizienz. Louise Linsenbolz
Assistenz Dramaturgie, Übertitel und PR. Katharina Hollerwöger
Weitere Assistenzen. Manuela Hämmerle. Risako Hiramatsu
Mitarbeit Bühne. Benjamin Bacher. Reinhard Bacher.
Melchior Lebesmühlbacher. Johannes Obereder
Weitere Korrepetitoren. Antanina Kalechyts
Fachliche Beratung. René Jokl
Hospitanz Regie. Samantha Claypool
Leitung Abenddienste. Tilman Ruster
Ton- und Video. Michael Croitoru-Weissman
Schnitt. Kristine Tornquist
Produktion. Jury Everhartz
Eine sirene-Produktion zu Gast in der Wiener Kammeroper
Wer in letzter Zeit die Wiener Kammeroper aufgesucht hat, dürfte groteske Spitalsatmosphäre geschnuppert haben: Das sirene Operntheater gastiert mit gleich drei Werken. In der finalen Uraufführung der "Krankenhaus-Trilogie", Soma von Komponist Christof Dienz, trifft eine zwischen Überforderung und Lageweile changierende Ärzteschaft auf Hypochondrie wie akute Not (intensiv Anna Clare Hauf). Im vokalen Bereich herrscht bei Dienz zwar so etwas wie ein elegischer Grundton vor. Allerdings ringt er den situativen Tumulten mitunter auch Ironisch-Groteskes ab. Dienz hat das Werk ja atmosphärisch unverkrampft bunt angelegt: Sein stilistischer Horizont reicht weit über die Konventionen der klassischen Moderne hinaus. Die ganzen komponierten Beschleunigungen und Verlangsamungen – innerhalb einer soliden Regie von Kristine Tornquist – sind beim Orchester unter Dirigent François-Pierre Descamps in pointierten Händen. Mit einem guten Ensemble, also u. a. mit Markus Miesenberger, Georg Klimbacher und Maida Karišik.
Der Standard, Ljubiša Tošić
Netz: https://www.sirene.at/archiv/2016-hospital/soma/
Programm: https://www.theater-wien.at/de/programm/production/518/Soma
Text: https://www.sirene.at/site/assets/files/1913/mt3_soma_libretto.pdf
Partitur: https://www.sirene.at/site/assets/files/1913/soma_partitur-komprimiert.pdf
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