Im Land der Banken, der Diskretion und der Anonymität, floriert ein Geschäft, das sich beinahe unsichtbar zwischen gut verdienenden Frauen und dienstleistungsbereiten Männern abspielt. In der Schweiz, wo Frauen immer noch um Gleichstellung kämpfen müssen, nehmen sich immer mehr das Recht - genau wie Männer auch - Sex zu kaufen.

CALLBOYS befasst sich mit einem Thema, das in den Medien immer mehr präsent ist und seit dem Film «Paradies Liebe» von Ulrich Seidl viel von sich reden macht: Frauen als Freier. Wir legen jedoch den Fokus auf die Schweiz und wollen insbesondere von den Männern wissen, wie es ist, sich für Geld zu verkaufen. Auch Kundinnen lassen wir zu Wort kommen, die schildern, warum Frauen für eine Affäre bezahlen.

Im Callboy-Geschäft wird das Wort Prostitution nur ungern in den Mund genommen. Die Männer bewegen sich nicht im gängigen Rotlicht-Milieu, denn was sie anbieten, ist mehr als nur das Eine. Frauen verlangen anders als Männer ein Gesamtpaket, das Aufmerksamkeiten, Gespräche und Erotik beinhaltet. Die Callboys dürfen also nicht nur auf Sex aus sein...

In diesem Film geben uns drei unterschiedliche Callboys einen Einblick in ihren Job. Dallas ist mit seinen 38 Jahren im idealen Alter, denn oft suchen die Kundinnen erfahrene Liebhaber. Er ist verheiratet, was sehr ungewöhnlich ist für einen Callboy. Ebenso geht er einer geregelten Arbeit nach. Callboy sein, ist für ihn nur ein attraktiver Nebenjob, der ihm die Möglichkeit gibt sich etwas Luxus zu leisten.

Der jüngste der drei Callboys ist Raul. Er ist einer der wenigen, die davon leben können. Er ist überzeugt davon, dass er mit seinem Geschäftsmodell Erfolg haben wird. Er bietet seine Dienste nicht im Internet an, sondern rekrutiert seine Kundinnen im Alltag, beim Spazieren mit dem Hund, beim Einkaufen oder in Bars und Cafés.
Alexandre ist mit 52 Jahren der erfahrenste von den Dreien. Er ist Callboy weil er als junger Gastronom zufällig da hineingerutscht ist und sporadisch immer wieder seine Dienste angeboten hat. Seit ihn seine Frau verlassen hat, verzichtet er lieber auf private Beziehungen. Er glaubt, dass sich Menschen Sex kaufen, weil sie verletzt sind oder den richtigen Partner nicht finden.

Insgesamt fällt auf, dass sich heterosexuelle Callboys nicht als Prostituierte wahrnehmen sondern ökonomisch denken und ihre Liebesdienste als begehrte Dienstleistung hochhalten. Sie reden offen über ihre Arbeit und zeigen teilweise auch einen gewissen Stolz. Die Kundinnen hingegen halten sich immer bedeckt und würden nie damit prahlen, dass sie sich einen Mann mieten.

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