Weitere Informationen unter
energy-region.eu
coelbe.de/index.php/energie/energyregion

Kirsten Hasberg von Energy Democracy Magazine trifft im hessischen Cölbe Regine Hassenpflug aus dem Gemeindevorstand. Cölbe ist Teil des EU-Projekts Energy Region. Zusammen mit Vertretern aus Regionen Deutschlands, Polens, Tschechiens und Sloweniens sucht auch die Gemeinde Cölbe nach Lösungen für die Energiewende.

Freistehend Regine Hassenpflug, Gemeindevorstand Cölbe
„Warum ist die Region so wichtig bei der Energiewende?“
„Für mich ist es ganz wichtig, wegzukommen von solchen großen Strukturen, große Kraftwerke, große Stromleitungen quer durchs ganze Land. Es ist ja auch im Namen des Projektes, dass es um dezentrale Verwirklichung der alternativen Energien geht. Das ist aus meiner Sicht wirklich zentral bei der Energiewende, dass sie dezentral stattfindet. Und Cölbe hat sich das zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 energie-autark zu sein.“

Nur ein paar Straßen weiter ist Wagner Solartechnik ansässig. Mitbegründer Andreas Wagner will Kirsten einen Einblick in die Produktion geben. Bei Ökotest und Stiftung Warentest erreichen die hessischen Erzeugnisse schon immer Spitzenpositionen. Solarstrom und Solarthermie - die Firma ist breit aufgestellt und produziert hochleistungsfähige Sonnenkollektoranlagen und Montagesysteme für Photovoltaikanlagen.

Andreas Wagner, Wagner & Co. Solartechnik
„Jetzt im Sommer läuft beides sehr gut, Solarstrom und solarthermische Anlagen. Wir beliefern ja in Deutschland unsere Fachhandwerker, aber auch im Ausland in verschiedenen Ländern wie Spanien, Italien, Frankreich haben wir Niederlassungen, wo die Teile hier für gefertigt werden.“

„Wir sind hier ja bei Solar Wagner, aber Herr Wagner, ist das ihre Firma?“
„Nein, das ist nicht meine Firma. Das ist eine Besonderheit. Wir haben die Firma 1979 gegründet mit dem Ziel A: Dauerhafte Energien zu produzieren und auf der anderen Seite aber auch in einem neuen genossenschaftlichen oder kooperativen Management zu arbeiten. Und dieses Prinzip, dass die Firma den Mitarbeitern gehört, das haben wir bis heute erhalten. Und deswegen sind wir auch sehr stark an die Region hier im Cölber Umfeld gebunden und einbezogen.“

Und hier kommt die Technik von Solar Wagner zum Einsatz. Der Solaracker Cölbe. Er liefert 3,1 Millionen kWh im Jahr, das sind 13% des Stromverbrauchs der Gemeinde Cölbe. Thomas Rotarius hatte die Idee, auf der von Bauern gemiedenen Kiesgrube einen Solarpark entstehen zu lassen. Seitdem begleitet er das Projekt ehrenamtlich.

Thomas Rotarius, erster Beigeordneter, Solaracker Cölbe
„Es gibt bestimmt viele Menschen, die Cölbe für ein Projekt wie dieses bewundern, oder?“
„Ja, weil wir es halt auch geschafft haben, nicht nur ein Solarstromkraftwerk ans Netz zu bringen, sondern wir haben auch geschafft, die Bürger an dem Thema zu interessieren und die Bürger zu beteiligen.“
(...)
Die prognostizierte Rendite des Solarackers beträgt satte 6,8 Prozent. Und: Dieses Geld bleibt in der Region.
Das nächste Ziel liegt im benachbarten Schönstadt. Hier wird die überschüssige Energie des benachbarten Sägewerks genutzt, um den Haushalten warmes Wasser zu liefern. Komplett in Bürgerhand ist so das größte Nahwärmenetz seiner Art in Deutschland entstanden. Hannes Weber kümmert sich aktiv um die neue Energiezentrale.

Freistehend Hannes Weber, Aufsichtsrat Nahwärme Schönstadt e.G.
„Wir sind ja hier an einem ziemlich ungewöhnlichen Ort, oder?“
„ Ja, das kann man schon sagen. Wir sind stolz, was wir hier in Schönstadt mit einer Initiativgruppe geleistet haben. Wir haben zwei Jahre lang jeden Montag Abend zusammen gesessen, das vorbereitet und heute seit Oktober läuft das fehlerfrei. Wir haben 380 Häuser in Schönstadt, die eine Heizung haben und davon sind 280 an diesem Netz angeschlossen und werden mit Warmwasser versorgt. Und das mit Warmwasser, das aus nachwachsenden Rohstoffen kommt.“
„Und wie läuft das denn hier mit der Bürgerbeteiligung?“
(...)

Der Bürger gibt die Ideen proaktiv und profitiert am Ende auch selbst. Nur so sei eine vollständige Energiewende zu schaffen, meint auch Cölbes Bürgermeister Volker Carle.

Voker Carle, Bürgermeister Cölbe
„100 Prozent erneuerbare Energien. Wie ist das zu einem Thema für Cölbe geworden?“
„Wir dürfen unseren Wohlstand nicht zu Lasten der Zukunft erwirtschaften, sondern wir sollten sehen, dass wir keine Umweltzerstörung und keine Schulden hinterlassen.“

Loading more stuff…

Hmm…it looks like things are taking a while to load. Try again?

Loading videos…