Die Kuratorinnen des Architekturzentrums Wien, Sonja Pisarik und Ute Waditschatka entdecken die Welt der Nachkriegsarchitektur Österreichs. Eine Retrospektive der Projekte der „arbeitsgruppe 4“.
”Wir wollten nie etwas umstoßen, sondern auf der Tradition aufbauen”. Dass Wilhelm Holzbauer im Rückblick das Aufbauende als einen zentralen Aspekt der Arbeitsgruppe 4 hervorhebt, wird verständlich, betrachtete man Zeit und Situation ihres Entstehens. Die Nachkriegszeit, gekennzeichnet durch finanzielle Not und Wiederaufbau des Landes, kam den neuen Trends einer sich entwickelnden Moderne nicht wirklich entgegen. Wenn sich gerade auf diesem Boden neue Strömungen entfalten konnten, dann hat das wohl damit zu tun, dass die Sehnsucht nach den guten alten Zeiten und nach Sicherheit die Kulturszene herausgefordert hat. Während die Kunst-Avantgarde aufgrund ihrer nicht auf Nutzbarkeit ausgerichteten Arbeit eine relativ entspannte Ausgangssituation hatte, galt es in der Architekturszene Politiker, Beamte und eine konservativen Gesellschaft von den eigenen Visionen und ihrer Umsetzbarkeit zu überzeugen. Mit Johannes Spalt, Wilhelm Holzbauer, Friedrich Kurrent und Otto Leitner fanden sich in Österreich vier Visionäre, die bereit waren, sich dieser Herausforderung zu stellen und zugleich aufbauend zu wirken.
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