1. Darf Jazz schön klingen?
    Martin Ehlers erforscht die melodische Seele des Jazz
    Fasziniert haben ihn die 88 schwarzen und weißen Tasten schon immer. Von klein auf. Klavierspielen gelernt hat er allerdings erst mit zehn Jahren. Mit einem gleichaltrigen Kumpel, der schon über eine vier Jahre längere Spielpraxis verfügt, jammen beide über Swing und Boogie Woogie. Gerade erst 16 Jahre alt, spielen sie regelmäßig in der ältesten Studentenkneipe in Kiel. Einer der beiden ist der heute in Hamburg lebende Pianist Martin Ehlers, der mit „Fatum“ soeben sein viertes Album eingespielt hat.
    Schillernde Melodiefarben
    Irgendwann jedoch kommt Martin Ehlers darauf, dass es auch anderen Jazz gibt. Und ein musikalisches Schlüsselerlebnis kommt noch dazu. „In der Kieler Pumpe spielte Joachim Kühn“, erinnert sich Martin Ehlers, „das war schon ein echtes Erlebnis für mich. Das nächste Konzert war mit Thilo von Westernhagen, ebenfalls in der Pumpe und ab da war es eigentlich entschieden. Ich mache jetzt Jazz. Richtigen Jazz. Seitdem sitze ich am Klavier und suche nach der großen Linie“, reflektiert er sein Tastenspiel, „aus dieser unablässigen Suche entsteht immer und immer wieder eine Melodie. Die Melodie ist für mich die Seele der Musik. Martin Ehlers Melodien fangen sich schillernde Farben. Er ist kein kühler Tonsetzer, aber ein großer Maler mit Tönen. Da wird nicht wild und grobschlächtig hingetuscht. Nein, da wird mit feinstem Pinsel gearbeitet. So entstehen raffinierte Klangwelten mit einer unwiderstehlichen Sogwirkung. Dabei entwickelt Martin Ehlers einen eigenen Sinn für die Dramaturgie der großen Emotion. Dazu gehört manches Mal ein druckvolles Spiel, häufiger mit nicht mehr, als sanfter Eindringlichkeit.
    Die Essenz der Noten
    Das große Wort „Emotion“ ist bereits gefallen. Und um diese Gemütsbewegung kreist das künstlerische Schaffen von Martin Ehlers. „Ich kann nichts dagegen tun“, gesteht er, „ wenn sich meine Gedanken in Emotionen und Gefühl verlieren, egal ob positiv oder negativ, dann wird das in Noten gesetzt. Man kann die Geschichten auch mit den Tasten erzählen“, lässt Martin Ehlers einen Blick in die Entstehungszusammenhänge seiner Kompositionen zu. Und führt den Dialog mit dem Piano und dem Stück. Und das Lied ist Melodie. Einfache Melodie. Schlichte Melodie. Die Mangelware Einfachheit und Schlichtheit ist nicht mit der Massenware des Simplen zu verwechseln. Und wie sagte einst Antoine de Saint-Exupéry so weise: „Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weg lassen kann.“ Auf „Fatum“ huldigt das Martin Ehlers Trio, mit Thomas Biller am Kontrabass und Derek Scherzer am Schlagzeug, diesem Prinzip der Reduktion. Dem Spektakel der Zurückhaltung. Aus dieser Verknappung der Form, durch die Entmaterialisierung erwächst dem Martin Ehler’schen Klangkontinuum Transparenz und Sinnlichkeit gleichermaßen. Jener minimalistische, vom Ballast der gesamtem Jazzhistorie und all ihren Haupt- und Nebenwegen unbeschwerte melodisierte Klangentwurf fasziniert vor allem durch all jene Eingängigkeit und Alltäglichkeit des Tongebäudes, aus welcher Musik auch besteht und welche die Hörmuster des Lebens eher spiegelt, als viele der verschnörkelten, manierierten und querverdrehten vermeintlichen Preziosen des Jazz.
    Schicksalhaftes Dunkel - schicksalhaftes Licht
    Die Begrifflichkeiten Eingängigkeit und Alltäglichkeit unterliegen häufig dem Missverständnis, dass zwangsläufig die Tiefe in der Aussage auf der Strecke bleibt. Wie gesagt, ein Missverständnis; denn was könnte mehr Tiefe haben, als die musikalische Reflektion des Alltags. Eines Alltags mit all seinen Facetten. Den guten, den schlechten und den bösen Episoden. Die manches Leben schicksalsschwer zerreißen. Nicht umsonst trägt die Platte den Titel „Fatum.“ Der Terminus wird im Sinne des Schicksalsbegriffs der Römer gedeutet, der etwas über die Zukunft aussagt und sie damit bestimmt. So ist der Weg der Tiefe in Martin Ehlers Musik unmittelbar. Nur wer die Dunkelheit kennt, kann über das Licht singen. Beides kann auch Zukunft sein. Die Erfahrung von Leid und Schmerz negiert die Schönheit nicht. Ganz im Gegenteil. „Gerade weil man Schmerz und Leid sieht, ist Drang zur Schönheit eher größer“, fügt er an, „schon stehen Leichtigkeit und Melodie ganz oben auf dem Zettel.“
    Idealfall der Improvisation
    Martin Ehlers Dialog mit seinem Piano reflektiert all diese Hintergründe. Ohne Hektik. Ohne Stress. Mit Ruhe. Die im Zwiegespräch erforschten Töne dürfen bei ihm fast bis zur Lautlosigkeit ausklingen. Das Stück „Understanding“ ist einer dieser spezifischen Ruhepole. Einer dieser Momente des Innehaltens. Schließlich tragen ruhige Augenblicke meist viel weiter, als manches Mal der rohe Kraftakt. Auch bei „Reunion“ wird der souveräne Schlendergang eingelegt und die Grenzen der melodisch süffigen Süße gedehnt. Aber gleichzeitig entsteht die notwendige Reibung im Stück durch das Sopransaxofon der Legende Herb Geller. Wenn Martin Ehlers sich mit Herb Geller ein Tonduell liefert, dann räumen die beiden gleich mit einem Missverständnis auf. Mit dem, dass Improvisation zwangsläufig zur Zerstörung der Melodie führt. „Der Idealfall ist doch die Improvisation, die so gut ist, dass man denkt, der spielt ja nur Melodien“, skizziert Martin Ehlers sein Verständnis dieser Form der musikalischen Darbietung.
    Mit „Fatum“ haben Martin Ehlers und sein Trio eine wahrhaft schöne Platte vorgelegt. Deren musikalische Pracht wird durch die Coverkunst in die Verpackung hinein verlängert. Nie kitschig wird hier das hohe Lied auf die Melodie gesungen. Ihr wird leise und reduziert gehuldigt. Da fliegt nichts in Hochgeschwindigkeit und kaum wahrnehmbar vorbei. Martin Ehlers erschafft Jazz mit Herz aus Fleisch und Blut. Und wie war noch mal die Eingangsfrage? Genau, darf Jazz schön klingen? Er darf. Und er klingt umso schöner, wenn Martin Ehlers in die Tasten greift und die tiefsten Tiefen der Melodie auslotet.

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  2. On & On is one single of the upcoming album FUNKY AS USUAL from the french Hip Hop Producers "Hugo" and "The Soulbrother Suspect" (Germany release date: 27.01.2012).

    The Album Funky As Usual is featuring: Sadat X, Gift of Gab, Large Professor, Andy C, Diamond D, Patchworks, Mr Linus, Abdominal...

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  3. LebiDerya
    Oriental Jazz Impressions
    New Album "Orientation" out 26.08.2011.

    http://www.ensembleLebiDerya.de
    http://www.herzogrecords.com

    # vimeo.com/24917319 Uploaded 4,468 Plays 0 Comments
  4. Das atemberaubende Konzert der Nighthawks auf dem ElbJazz Festival 2011 erscheint am 30.03.
    als CD/DVD-Edition.
    Nighthawks – Live in Hamburg (Herzog Records/Edel)

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