jangled nerves

„Fastnacht der Hölle“ – so beschrieb der Offizier und Schriftsteller Ernst Jünger den Ersten Weltkrieg in seinen Kriegstagebüchern. Dieses Bild aufgreifend, rückt die Ausstellung das unmittelbare Empfinden der Menschen, ihre sinnlichen Wahrnehmungen während des Kriegs in den Mittelpunkt.
Fünf Sinnesstationen bilden den sensitiven Prolog der Ausstellung. Sie simulieren spezifische Sinneseindrücke: Krieg sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. An einer Station kann der Besucher zum Beispiel das im Krieg eingesetzte Phosgengas riechen, an einer anderen einen nach Kriegsrezept, also ohne Milch und Eier, gebackenen Zwieback probieren.
Drei große Vitrinen stehen im Zentrum der Ausstellung. Sie verkörpern die drei Hauptschauplätze des Krieges mit ihren ganz unterschiedlichen Erfahrungsbereichen: Front, Etappe und Heimat. Entscheidend für die sinnliche Wahrnehmung des Krieges ist der jeweilige Ort. Durchblicke schaffen Verbindungen zwischen den Bereichen und korrespondierende Themen liegen einander gegenüber, so dass beispielsweise die Beziehung zwischen der relativ guten Versorgungslage der Soldaten und der Mangelsituation in der Heimat ab 1916/17 augenfällig wird.
Circa 400 authentische und aussagekräftige Exponate schaffen die Verknüpfung mit individuellen Geschichten und Erlebnissen mit Bezug zum Ersten Weltkrieg und zu Baden-Württemberg – Menschen und ihre Schicksale stehen im Mittelpunkt. Über den Objekten tauchen mithilfe eines speziellen Projektionsverfahrens schwerelos Zitate, Transkriptionen, Bilder, Filmausschnitte und Illustrationen auf, um sich wie Erinnerungen kurz darauf wieder zu verflüchtigen.
Ein Kalender, der vom ersten bis zum letzten Kriegstag reicht, legt sich als chronologisches Band um den gesamten Ausstellungsraum. Dieser Zeitstrahl endet mit dem Waffenstillstand am 11. November 1918 und leitet in den Epilog ein, der die bis heute wahrnehmbaren Folgen des ersten weltweiten Kriegs thematisiert. Am Ende verlässt der Besucher durch eine großflächige Projektion die Ausstellung. Filmaufnahmen zeigen die jetzt mit Gras bewachsenen Schützengräben und Krater in Belgien und Frankreich als dauerhaft sichtbare Narben des Krieges.

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