1. Kassel 1909-1945
    Unser Video beginnt auf dem Friedrichsplatz mit einem Blick vom noch heute existierenden Portikus des alten Residenzschlosses (jetzt Seiteneingang des Modehauses Sinn Leffers), zunächst geheimnisvoll von dessen Säulen verstellt, auf das alte Theater, von dem zunächst nur Teile fragmentarisch zu sehen sind. Verschiede Perspektiven vom Friedrichplatz auf das Theater leiten zu einem Auerundgang über. Wie Spaziergänger in den 30er Jahren, die in der Aue flanieren, sieht man das Theater aus verschiedenen Blickwinkeln. Aus der Ferne ertönen zu den Geräuschen des Parks Ausschnitte aus Originalaufnahmen bekannter Opernarien, so als höre man Proben im nicht weit entfernten Theater durch ein offen stehendes Fenster. Der Rundgang endet auf dem Friedrichsplatz. Es folgt ein Theaterbesuch mit Ausschnitten aus Abendvorstellungen: Schillers Wallenstein (1.+3. Teil), Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozert u.v.a.. Der Abendvorstellung schließt sich ein Rundgang durch Eingangshalle, den Foyers und dem Zuschauerraum an. Hier präsentiert sich das Gebäude noch einmal in seiner gesamten, für immer verlorenen inneren Pracht. Anschließend verlassen wir das Theater, spazieren über die Schöne Aussicht auf den Friedrichsplatz mit seiner angrenzenden Geschäftsmeile Obere Königstrasse. Am anderen Ende des Friedrichsplatzes, dort wo heute der breit ausgebaute Steinweg zwischen Fridericianum und Ottoneum verläuft, stand die alte Elisabethkirche Kassels, mit dem markanten, von Jerome, dem Bruder Napoleons, geschenkten grünen Glockenturm. Wir konnten einige alte aber dennoch hochauflösende Aufnahmen von der Elisabethkirche vollständig restaurieren, so dass eindrucksvolle Szenen von ihrem von Licht durchfluteten Inneren gelangen. Wir schließen einen Besuch im alten Residenzschloss an. Wir gehen die breite Treppe hinauf in den ersten Stock und durchschreiten eine Reihe prunkvoll eingerichteter Säle und Räume. Das Ende unseres Films führt uns in das Fridericianum, das in den 30er Jahren eine Bibliothek war. Unser Film endet im großen Lesesaal im ersten Stock, dessen Fensterfront zum Friedrichsplatz hinaus geht.

    Zu unserer DVD
    Vorhang auf... ist tatsächlich kein Film der jemals gedreht wurde, zumindest nicht im eigentlichen Sinne. Einen Film drehen war in den Jahren vor dem Krieg bei weitem keine Selbstverständlichkeit und war wesentlich auf den professionellen Bereich der Filmproduktion beschränkt und nur wenige Privatpersonen versuchten sich am bewegten Bild. Jemand, der in den 30er Jahren einen Film als Hobbyfilmer drehte, galt weniger als Amateur, eher als Pionier seines Metiers. Es war eine wahre Pionierleistung bewegte Bilder in schwarzweiß auf Celluloid zu bannen. Das lag daran, dass Filmmaterial, Kameras und Filmprojektoren sehr teuer waren, die gesamte Technik um Filme zu drehen (das geschah mit Kameras, die mit einer Handkurbel angetrieben wurden, daher Film drehen) zu entwickeln und zu schneiden waren für einen Hobbyfilmer mit erheblichen Kosten und Zeitaufwand verbunden. Wenn dann doch mit diesem, aus unserer heutigen Sicht, eher komplizierten Verfahren, ein Film entstand, besaß er keinen Ton. Die ersten Tonfilme gab es ab Ende der 20er Jahre. Erst nach dem Krieg sollten sich Tonfilme als Standard für Kinofilme etablieren.

    Von dem professionell erstellten Filmmaterial und Filmen, die Privatpersonen von dem Vorkriegskassel gedreht haben, ist viel durch Kriegsgeschehen für immer verloren gegangen. Für uns war dieser beklagenswerte Verlust ein Grund für unser Visus- Filmprojekt. Neben den wenigen Filmen hatte doch einiges Fotomaterial den Krieg mehr oder wenig heil überstanden. Aus diesem Material wollten wir lange bevor das Altkasselprojekt der HNA im Internet eingerichtet wurde, einen Teil der Kasseler Innenstadt mit dem thematischen Schwerpunkt ‚Preußisches Staatstheater’ auf dem Computer als ein VISUS-Projekt wieder erstehen zulassen. Es sollte ein thematisch begrenzter Bereich aus der alten Stadt auf dem Computer rekonstruiert werden, mit dem Ziel nicht nur die im alten Stadtbild eingebetteten Außenansichten historischer Gebäude zu zeigen, sondern auch Innenräume in Szene zu setzen und kulturelles Leben im alten Kassel zumindest fragmentarisch wiederauferstehen zu lassen. Das Ausgangsmaterial dazu waren Fotografien, Negative, Bildplatten, einige Postkarten Zeitungsartikel aus der Zeit vor dem Krieg, Programmhefte, handgeschriebene Berichte, Impressionen und viele Gespräche mit Personen, die im alten Theater als Künstler gewirkt oder gearbeitet hatten. Zur Verfügung stand uns auf dem Computer eine selbstentwickelte Software, VISUS.

    VISUS
    VISUS ist eine Softwareplattform, die es ermöglicht, einem Benutzer Bilderwelten auf ganz unterschiedlichen Wegen zu erschließen. http://www.visus-vision.de

    # vimeo.com/78136748 Uploaded 628 Plays 0 Comments
  2. documenta 1955 - der Film, der nie gedreht wurde

    1955 verwirklicht der Kasseler Kunstprofessor und Gestalter Arnold Bode seinen großen Traum:
    eine Übersichtsausstellung zur europäischen Kunstentwicklung im 20.Jahrhundert.

    Schauplatz ist die provisorisch instandgesetzte Weltkriegsruine des Museums Fridericianum am Friedrichsplatz. Zusammen mit dem prominenten Kunsthistoriker Werner Haftmann legt Bode hier das Fundament für die weltweit wichtigste Ausstellungsreihe zur Gegenwartskunst, der ersten documenta ...(Auszug aus dem Filmkommentar von Dr.Harald Kimpel)

    Bisher existieren keine Filmaufnahmen von dieser Ausstellung. Die Visus-Vision UG erstellte auf der Basis historischer Filmaufnahmen des documenta Archivs und des Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg – die vorliegende Filmdokumentation. Die Realisierung der einzelnen Filmszenen erfolgte mit dem innovativen selbstentwickeltem Softwarewerkzeug VISUS.

    In 1955 Arnold Bode, a Professor of Art and a designer, made his dream come true: an exhibition according to European Art Development in the twentieth century. The place to make it happen was a rebuild and renovated World War II ruin: the Museum Friedericianum located at the Friedrichsplatz.Together with Werner Haftmann, a very popular art historian, Bode prepared and was to lay the foundations for the most important
    exhibition worldwide according to contemporary art for the very first time.
    Until today no film about this famous exhibition is existing. Visus-Vision UG realized the film based on historical photographs which were researched at the documenta Archiv, Kassel and the German documentation center for art history – Bildarchiv Foto Marburg.
    Every single scene was implemented by using our own innovative software-system VISUS.

    http://www.visus-vision.de | 108 min | deutsch / englisch

    Startbild (c) documenta Archiv Kassel / Fotograf Günther Becker

    # vimeo.com/191200643 Uploaded 63 Plays 0 Comments

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Bernd Scott

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