Rheinische Rebellen, Theater

Wir haben uns auf die Reise mit der Yorikke begeben. Das Versprechen lautete: Rettung vor Heimat, Sicherheit, Schlaf, geregelter Arbeit, Familie, Ruhe und Gefängnis. Dafür legt jeder seine Identität ab und wird zu Niemand. Ausgelöscht aus den Lebenden. Verweht. Holla-he! Die modernen Gladiatoren grüßen dich, o Cäsar Augustus Capitalismus, Morituri salutant! Worte, Worte, Worte: „Menschen ohne Papiere“ oder „illegal aufhältige Migranten“, „Statuslose“, „Illegale“ oder „Illegalisierte“. Die Heimlichen, die im Verborgenen leben, die zugleich sicht- und unsichtbar sind. Nach offiziellen Verlautbarungen halten sich in Deutschland zwischen ein und eineinhalb Millionen Menschen ohne Papiere auf. In Köln geht der Rat von zwanzig Tausend aus, Experten setzen die Zahl deutlich höher an. Während einige staatliche Behörden alles versuchen, die lästigen Menschen wieder loszuwerden, nutzen wir die willigen Arbeitskräfte. Prima, dass sie weder Aufenthalts- noch Arbeitserlaubnis haben: So versorgen sie zuverlässig unsere schreienden Kinder, pflegen Oma und Opa, putzen unsere Wohnungen, kochen das Essen und renovieren unsere Häuser. Wir zahlen dann mit Sex oder Kleingeld oder gar nicht; diese Kriminellen sollen doch froh sein. Gleichzeitig wächst die Angst vor der Auflösung bekannter Ordnungen. Gemeinschaft versprach Solidarität, Freundschaft, Sicherheit und stiftete durch all dies einen höheren Sinn. Aber war das wirklich jemals wahr? Oder ist jeder am Ende immer überall nur damit beschäftigt, sich vor Eindringlingen und Minderheiten abzusichern?

MIT Miriam B’chir / Lisa-Marie Fritz / Luan Gummich / Lucille Jenders / Paulina Karczynska / Jacqueline Krell / Katharina Louise Meyer / Anna Muth / Maria Müller / Hannah Rumstedt / Valentin Schwerdfeger / Faraz Shariat / Iman Tekle / Amy Wittenberg

ENTWICKELT ZUSAMMEN MIT Eva Bode / Merve Buacan / Jens Eschert / Erik Lang / Jakob Lorenz / Julia Nagy / Angela Queins / Felix Rechmann / Theresa Rutscheidt / Fatima Sakoh / Fabian Schmidtlein / Andreas Wisskirchen

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Rheinische Rebellen, Theater

Rheinische Rebellen

RHEINISCHE REBELLEN 2.0

HER MIT DEM SCHÖNEM LEBEN! IHR WOLLT LUXUS, FREIHEIT, MACHT UND ABENTEUER? KOMMT ZU DEN RHEINISCHEN REBELLEN! WENN IHR NICHT LÄNGER NUR ZUSEHEN WOLLT! BESETZT RÄUME! SENDET BOTSCHAFTEN! BEDRÄNGT DIE STADT! VERBREITET FURCHT…


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RHEINISCHE REBELLEN 2.0

HER MIT DEM SCHÖNEM LEBEN! IHR WOLLT LUXUS, FREIHEIT, MACHT UND ABENTEUER? KOMMT ZU DEN RHEINISCHEN REBELLEN! WENN IHR NICHT LÄNGER NUR ZUSEHEN WOLLT! BESETZT RÄUME! SENDET BOTSCHAFTEN! BEDRÄNGT DIE STADT! VERBREITET FURCHT UND SCHRECKEN! BILDET BANDEN! MACHT EUER THEATER SELBST!

Im August 2008 gründen Anna Horn und Götz Leineweber die Rheinischen Rebellen 2.0, den Jugendclub am Schauspiel Köln unter der Intendanz von Karin Beier. Seitdem öffnen sich die Rebellen jedes Jahr im August, zu Beginn einer neuen Spielzeit, für Jugendliche zwischen 16 und 23 Jahren und es entstanden in der Regie von Anna Horn sechs Inszenierungen und eine InternetTVSerie. Mit den Rheinischen Rebellen hat sich nicht (nur) ein Jugendclub gegründet, der sich hin und wieder trifft und als Hobby Aufführungen probt, sondern ein eigenes Theater im Theater: An Sonn-, Feier- und Ferientagen gehört das Schauspielhaus den Rebellen. Einige sind seit Beginn dabei und es gründete sich ein Ensemble dessen Mitglieder das mitbringen, was sie am besten können oder das machen, was sie am liebsten tun: Schauspiel, Musik, Ausstattung, Dramaturgie, aber auch Öffentlichkeitsarbeit, Regieassistenz oder Inspizienz. Unter Anleitung und mit Unterstützung erarbeiten sich alle alles selbst: schreiben, spielen, filmen, nähen, schneiden, singen, tanzen. Daneben sehen sich die Rebellen andere Inszenierungen an, reiben sich an zeitgenössischen Theaterformen und basteln an ihrem Urteil. In den eigenen Produktionen beschäftigen sie sich mit sich, mit ihren Wünschen und mit ihrem Umfeld, ihrer Stadt, ihrer Herkunft und die Arbeiten bergen oft einen kühnen, poetischen Anspruch, bei dem sie sich nicht hinter Figuren verstecken können. die so betitelten Werkstattergebnisse sind (immer) mehr als das: die Abende der Rheinischen Rebellen sind Teil des künstlerischen Programms des Schauspiel Köln.

(Lucie Ortmann)

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