Vertrieben. Juden und Jüdinnen aus dem Burgenland im Interview

Josef (José) Monath (geb. 1913 in Wien – gest. 2003 in Buenos Aires) wuchs in Eisenstadt auf, wo sein Vater ab 1908 eine Anwaltskanzlei hatte. Er studierte an der Juridischen Fakultät in Wien und schloss das Studium 1937 erfolgreich ab. Nach dem Gerichtsjahr in Wien trat er am 1. März 1938 in die Anwaltskanzlei seines Vaters ein. Seinen Beruf konnte er keine zwei Wochen ausüben. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sein Vater verhaftet und verhört. Er musste schriftlich erklären, »freiwillig« das Land zu verlassen. Die Eltern flüchteten daraufhin nach Prag. Josef gelang es, für sich und seine Frau ein Visum für Argentinien zu erhalten. Im Juli 1938 verließen sie Wien in Richtung Triest, von wo sie die Überfahrt nach Buenos Aires antraten. Josefs Mutter starb 1940 eines natürlichen Todes, sein Vater wurde in das Konzentrationslager Zamość in Polen deportiert. In Argentinien konnte er seinen Beruf als Rechtsanwalt nicht ausüben, sein Studium wurde nicht nostrifiziert. Er begann zunächst als Arbeiter in einer Fabrik, später gelang es ihm, eine Anstellung als Buchhalter zu bekommen. Nach 1945 versuchte Ludwig Leser, erster provisorischer Landeshauptmann des Burgenlandes nach 1945, ihn zur Rückkehr nach Eisenstadt zu bewegen, seiner Frau zuliebe blieb er jedoch in Argentinien. Josef Monath verstarb im Herbst 2003.

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Vertrieben. Juden und Jüdinnen aus dem Burgenland im Interview

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Seit 2001 führt die Burgenländische Forschungsgesellschaft (BFG) lebensgeschichtliche Interviews mit vertriebenen Juden und Jüdinnen des Burgenlandes durch. Dieser Kanal präsentiert kurze Videoportraits der Interviewten. Für die Verwendung als Unterrichtsmaterial…


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Seit 2001 führt die Burgenländische Forschungsgesellschaft (BFG) lebensgeschichtliche Interviews mit vertriebenen Juden und Jüdinnen des Burgenlandes durch. Dieser Kanal präsentiert kurze Videoportraits der Interviewten. Für die Verwendung als Unterrichtsmaterial an Schulen können DVDs dieser Interviewausschnitte bei der BFG kostenlos bestellt werden: office@forschungsgesellschaft.at
Der Großteil der Lebensgeschichten wurde in der Publikation "Vertrieben. Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen. Hrg. von Alfred LANG, Barbara TOBLER, Gert TSCHÖGL, Mandelbaumverlag 2004." publiziert.
Homepage der BFG: http://www.forschungsgesellschaft.at

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