Vertrieben. Juden und Jüdinnen aus dem Burgenland im Interview

Elisabeth Helfer, geborene Steinhart, kam am 8. November 1919 in Wien zur Welt. Ihr Vater Josef war aus Deutsch-Brodersdorf und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Bürochef bei der Firma Wolf in Eisenstadt. Ihre Mutter Therese stammte aus St. Margarethen. Elisabeth wuchs in Eisenstadt auf und maturierte 1937. Danach inskribierte sie Philologie an der Universität Wien. Zwei Tage nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 wurde ihr Vater von der Gestapo in Eisenstadt verhaftet und verhört und musste nach sechswöchiger Haft schriftlich erklären, das Land binnen 48 Stunden zu verlassen. Es gelang der Familie im Juni 1938 mit einem Touristenvisum per Flugzeug nach Italien zu entkommen. Hilfe erhielten sie bei der Filiale der Firma Wolf in Rijeka, damals Fiume. Ende Juli 1938 konnte Elisabeth weiter nach London ausreisen. Ihre Eltern folgten ihr im Mai 1939 nach England. In London arbeitete Elisabeth zunächst bei verschiedenen Familien als Köchin und Dienstmädchen. Nach verschiedenen Anstellungen als Bürokraft, bewarb sich Elisabeth bei der Österreich-Abteilung der BBC als Maschinschreibkraft und wurde eingestellt. Sie erlebte die Luftangriffe auf London und entkam nur durch eine glückliche Fügung einem Angriff auf das Gebäude der BBC. Nach dem Krieg heiratete sie den Wiener Ingenieur Hermann Helfer. Mit ihrem Mann und ihren Zwillingen ging sie 1949 nach Sydney, um bei der »Austrialian Broadcasting Commission « zu arbeiten. 1951 übersiedelten sie nach Buenos Aires, wo Elisabeth Deutsch und Englisch unterrichtete. Nach England kehrten sie im Jahr 1976 zurück. Elisabeth Helfer lebte bis zu ihrem Tod im März 2015 als Pensionistin und Mitglied der Third Age University in London.

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Seit 2001 führt die Burgenländische Forschungsgesellschaft (BFG) lebensgeschichtliche Interviews mit vertriebenen Juden und Jüdinnen des Burgenlandes durch. Dieser Kanal präsentiert kurze Videoportraits der Interviewten. Für die Verwendung als Unterrichtsmaterial…


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Seit 2001 führt die Burgenländische Forschungsgesellschaft (BFG) lebensgeschichtliche Interviews mit vertriebenen Juden und Jüdinnen des Burgenlandes durch. Dieser Kanal präsentiert kurze Videoportraits der Interviewten. Für die Verwendung als Unterrichtsmaterial an Schulen können DVDs dieser Interviewausschnitte bei der BFG kostenlos bestellt werden: office@forschungsgesellschaft.at
Der Großteil der Lebensgeschichten wurde in der Publikation "Vertrieben. Erinnerungen burgenländischer Juden und Jüdinnen. Hrg. von Alfred LANG, Barbara TOBLER, Gert TSCHÖGL, Mandelbaumverlag 2004." publiziert.
Homepage der BFG: http://www.forschungsgesellschaft.at

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