Canon EOS 7D

℗ Filmproduktion Siegersbusch, Wuppertal 2010

Sie gehörten zu den ersten, die sich in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts auf den langen Weg ins verregnete Wuppertal aufmachten, um das deutsche Wirtschaftswunder mit aus der Taufe zu heben: griechische Gastarbeiter. Inzwischen leben etwa 6000 Griechen in Wuppertal; sie haben ihre eigene Gemeinde gegründet, betreiben eigene Schulen, sind geschäftlich wie gesellschaftlich in der ganzen Stadt vernetzt und integriert wie nur wenige der rund 150 verschiedenen Volksgruppen in Wuppertal. Doch was meinen wir eigentlich mit „Integration“? Das Lexikon versteht darunter die Einbeziehung von Personen und sozialen Gruppen bis hin zur Verschmelzung; dieser Vorgang ist wechselseitig gedacht. Wir Deutsche sehnen uns aber oft nach Einswerdung mit unseren mediterranen Mitbürgern in all ihrer epikureischen Leichtigkeit: nach einem geradebrechten „kalispera“ ordern wir beim Griechen um die Ecke „einmal Gyros, Pommes rot-weiß“, schütteln uns nach dem obligatorischen Ouzo und nehmen dann innerlich den Karlspreis entgegen.
Was wir unter Integration verstehen, meint vielmehr oft „Assimilation“, die Angleichung an einen bereits bestehenden Zustand.
Wie sehen das die Griechen in Wuppertal selbst? Fühlen sie sich noch als Griechen, nach all dieser langen Zeit? Sagen sie inzwischen „Wuppertal“ und meinen „Heimat“? Und was essen Griechen außer Gyros noch?
Dieser Theaterabend tastet sich an Antworten heran, mittels Gesprächen und Erkundungen, soziotopischen Interventionen und genauem Zuhören. Denn die Erzählungen der griechischen Einwanderer spielen hier ebenso eine Rolle wie die Fantasien von Autor Kai Schubert und Regisseurin Jenke Nordalm. Es gilt, nicht nur etwas über unsere griechischen Mitbürger in Erfahrung zu bringen, sondern auch etwas über uns selbst, die Deutschen. Denn, so der Verdacht – wir sind nicht nur Papst, wir sind auch Grieche!

j vimeo.com/11289882

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